Ideenfindung in Schwerin : Schwerin sucht Schule der Zukunft

Programmieren leicht gemacht:  Celina (11) koppelt mit Bildungsministerin Birgit Hesse und Peter Todt von der IHK den Klein-Computer mit einem Laptop der Grundschule Lankow.
Programmieren leicht gemacht: Celina (11) koppelt mit Bildungsministerin Birgit Hesse und Peter Todt von der IHK den Klein-Computer mit einem Laptop der Grundschule Lankow.

Modern ausgestattete Gebäude, ausreichend Lehrer, neue Unterrichtsmodelle, weitreichende Inklusion: Wie wird 2030 gebüffelt?

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17. Januar 2018, 05:00 Uhr

Die Landeshauptstadt ist mit ihrer Schulentwicklungsplanung auf einem gutem Weg, sagt Oberbürgermeister Rico Badenschier. „Wir haben 50 Millionen Euro dafür in den Haushalt eingestellt“, betont er. Vor zwei Jahren konnte das Musikgymnasium seinen modernen Erweiterungsbau beziehen, im vergangenen Jahr wurde mit der Schule am Ziegelsee der erste öffentliche Schulneubau in Schwerin seit der Wende eröffnet. Aktuell laufen die Vorbereitungen für die grundhafte Sanierung der Erich-Weinert-Schule in der Paulsstadt, für den Neubau der John-Brinckman-Schule und einer regionalen Schule in der Weststadt sowie für den Umbau der Schule am Fernsehturm im Mueßer Holz.

Dennoch sieht sich die Stadt vor enormen Herausforderungen. „Schwerin hat in MV überproportional viele Flüchtlinge und also auch viele Kinder mit Migrationshintergrund“, sagt Schuldezernent Andreas Ruhl. Darauf müsse die Stadt reagieren. Das Problem: Für Lehrer, die eine zusätzliche Förderung übernehmen könnten, ist das Land zuständig.

„Genau deshalb sind wir mit dem Bildungsministerium im Gespräch“, sagt Badenschier. Auf Arbeitsebene werde bereits darüber beraten, wie die Probleme angegangen werden können. In diese Diskussion sollen auch Schulleiter einbezogen werden. Einfluss habe die Stadt selbst nur auf den Einsatz von Schulsozialarbeitern und da seien gerade drei zusätzliche eingestellt worden.

Die Suche danach, wie die Schule der Zukunft aussehen soll, bewegt auch Bildungsministerin Birgit Hesse. Sie hat die Idee, dass modellhaft am Beispiel einer Stadtschule – in Schwerin – und einer im ländlichen Raum die Grundzüge der „Schule 2030“ skizziert werden. Dabei sollen sowohl räumliche Bedingungen für den Unterricht und die Ausstattung der Räume als auch moderne Lehrmethoden und die personelle Ausstattung mit Lehrern, Vertretungslehrern und Schulsozialarbeitern eine Rolle spielen.

Ein Vorschlag von Fred Neumann, Leiter der Regionalen Schule „Erich Weinert“: Die Zahl der Pflichtstunden der Lehrer um zwei pro Woche verringern und die freiwerdende Zeit nutzen für Vertretung oder Inklusionsarbeit – auch mit Schülern mit Migrationshintergrund. Keine schlechte Idee, findet die Bildungsministerin. Indes: Zeitnah umsetzbar dürfte sie nicht sein, denn dies würde einen nicht unerheblichen zusätzlichen Lehrerbedarf erfordern. Doch da das Land schon jetzt bei weitem nicht alle offenen Lehrerstellen besetzen kann, rückt die mögliche Umsetzung des Vorschlages in die Ferne. Andererseits gehe es bei diesem Thema derzeit um die Ideenfindung und da sei jeder Vorschlag sehr willkommen.

Das betrifft auch die Inklusion. Die Frage, ob auch in Zukunft Förderschulen benötigt und gewünscht werden, ist noch nicht beantwortet. In der Phase der Abstimmung indes befindet sich das Integrationskonzept der Stadt. „In Schwerin leben 7400 Ausländer, darunter 2800 Flüchtlinge. Es bedarf also einer Differenzierung, wenn über Integration geredet wird“, sagt Ruhl. Schulsozialarbeit reiche für die Integration der Kinder und Jugendlichen nicht aus. Aufsuchende Sozialarbeit sei ebenso wichtig wie andere Aktivitäten, etwa das Jugendintegrationsmobil, das Wünsche und Träume junger Leute mit Migrationshintergrund erkundet.

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