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Look 2013 Schwerin : Schwerin steigt auf zum Mode-Mekka

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Der Anspruch an die Nachwuchs-Designer war hoch: Die „Look“ sollte ein echtes Modeereignis werden. Das Ziel wurde erreicht: Die 500 Karten waren schon Mitte der Woche ausverkauft.

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erstellt am 07.Jul.2013 | 09:47 Uhr

Schwerin | Der Anspruch war hoch: Die "Look" sollte ein Modeereignis werden, das den Schweriner Veranstaltungshimmel heller leuchten lässt. Es sollte zeigen, wie viel junge Kreativität hier steckt, eine Show für alle Altersgruppen, eine Inspiration, ein Forum auch für Designer aus anderen Städten. Seit Sonnabend ist klar: Ihre Ziele hat die "Look" schon im zweiten Jahr ihres Lebens erreicht. Die 500 Karten waren schon Mitte der Woche ausverkauft, Ministerpräsident Erwin Sellering und Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow saßen als Ehrengäste in der ersten Reihe. Sogar Andrej Subarew, künstlerischer Leiter des Baltic Fashion Award, war ins Eisenbahnmuseum zur "Look 2013" gekommen. Die Abschlusskollektionen der Schweriner Modedesignschüler wurden dort mit viel Applaus gefeiert, aber auch die Star-Gäste erhielten ausreichend Jubel: Germany’s-Next-Topmodel-Kandidatin Sabrina ebenso wie die elfjährige Nachwuchssängerin Thea, die mit drei Chart-Songs bewies, dass sie live noch besser ist als bei "The Voice Kids". In der Sat-1-Show startete die junge Schwerinerin in diesem Frühjahr im Team Tim Bendzko.

Doch die Hauptattraktion war die Abschlusskollektion der Schweriner Designschule: 21 Models zeigten am Sonnabend, was sich die 14 Mode-Schüler, die vor wenigen Tagen ihre Abschlussprüfungen abgelegt haben, unter den Aufgaben "Dresscode" und "Eastwood meets Westwood" vorstellen. Auffällig in diesem Jahr: Die Modelle waren zum größten Teil absolut alltagstauglich, entweder als Ensemble fürs Büro oder als ausgesprochen feminine Abendrobe. Fließende Stoffe und freie Rücken, lange Mäntel, geschlitzte Hosen und dezente Farbkombinationen dominierten den Catwalk. Die Models trugen dazu aufwändige Hochsteckfrisuren und teilweise akrobatische Highheels - klassisch schön und weniger experimentell als in den Vorjahren. Denn die Schweriner Kollektionen wurden auch schon mit Glatze oder in Gummistiefeln gezeigt.

2007 war der erste Mode-Jahrgang an der Schweriner Designschule fertig geworden, damals wurden die Modelle noch nach der Zeugnisübergabe in der Schule selbst oder im Capitol präsentiert. Die Marke "Look" und damit die Show im Eisenbahnmuseum gibt es erst seit 2012. In diesem Jahr startet der erste Bachelor-Studiengang für Modedesign an der neu gegründeten Designhochschule in der Bergstraße. Einige der Absolventinnen 2013 liebäugeln damit, hier weiter zu studieren. Viele der jungen Männer und Frauen, die in Schwerin ihren ersten Schritt in die Modebranche machten, sind heute gestandene Designer. Stephan Haring, Cheforganisator der "Look" und stellvertretender Geschäftsführer der Designschule, kann einige aufzählen: "Anja Buck ist Assistentin des Chefdesigners bei Esprit, Constanze Maaß hat in Schwerin ein eigenes Stricklabel, Britta Bormann betreibt einen eigenen Laden in der Münzstraße." Indira Maria Töreki und Anna Katharina Heisse sind nach ihrem Abschluss von Schwerin nach London gezogen und haben dort "IndyAnna" gegründet. Ihre Kreationen verkaufen sie heute nicht nur in London, sondern auch in einigen Shops in Deutschland, unter anderem in Berlin. Zur Musik von Clash zeigten sie am Sonnabend ihre von Punk und New Wave inspirierten Ideen - in Schwarz und Silber, passend zur Haarfarbe der beiden Designerinnen. Sehr kurze Hosen, sehr viel schwarzes Netz, funkelnde Turnschuhe, schrill-schöne Mode, die allerdings nicht in jeden Kleiderschrank passt. Doch wer Kleidung auch als Kunst- und Ausdrucksform versteht, als Spiel mit Farben und Formen, hatte hieran jede Menge Spaß.

Spaß hatte auf jeden Fall auch das Publikum. Pfiffige Schwerinerinnen fotografierten sich ihre Lieblingsmodelle gleich ab - zum Nachschneidern zu Hause. In den Pausen war dann Topmodel-Kandidatin Sabrina eines der beliebtesten Foto-Objekte. Für die Schweriner Designschule stand sie übrigens schon Model, bevor Heidi Klum sie vom heimischen Bauernhof in die glitzernden Modemetropolen entführte. Und ebenso wie Reingard Hagemann, Dritte bei den Miss Germany-Wahlen 2010 und Moderatorin der "Look 2013", bleibt sie der Kreativen-Schmiede verbunden, wenn sie Schwerin längst verlassen hat.

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