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Geld fehlt um Straßenschäden zu beheben : Schwerin – Stadt der Schlaglöcher

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Wird Schwerin zur Schlagloch-Stadt? Der Stadt fehlt das Geld, um vor dem Winter Straßenschäden zu beseitigen. Ein Wechsel von Frost und Tauwetter wird neue Löcher bringen.

svz.de von
erstellt am 24.Okt.2012 | 07:19 Uhr

Schwerin | Der Winter kann kommen, heißt es vom stadteigenen Betrieb Stadtwirtschaftliche Dienstleistungen (SDS). Die Vorbereitungen auf den Kampf gegen Eis und Schnee auf den Straßen Schwerins sind nahezu abgeschlossen. "Wir haben wie jedes Jahr bereits 150 Tonnen Salz und 350 Tonnen Kies eingelagert", sagt SDS-Chefin Ilka Wilczek. "Am 15. November ist die Winterbereitschaft hergestellt." Bis dahin werden die Einsatzpläne geschrieben und alle Aufgaben verteilt sein.

Sollte der Winter extrem werden, so ist über Rahmenverträge gesichert, dass Nachschub an Kies und Salz schnell in Schwerin ist. "Die Lieferungen sollen innerhalb von 48 Stunden aus Wismar kommen", so Ilka Wilzcek. "Und wir werden rechtzeitig nach ordern." Beispiel Salz: Zwei Silos gibt es dafür. Ist einer leer, geht schon eine Bestellung raus.

Insgesamt 14 Räumfahrzeuge werden auf den Straßen unterwegs sein, für die Gehwegreinigung kommen noch einmal 20 hinzu. Das ist nicht alles eigene Technik der SDS. "Wir haben Verträge mit externen Firmen abgeschlossen." Vier werden sich auf den Straßen bewegen und ebenfalls vier werden sich um die Gehwege kümmern.

Eines aber dürfen Autofahrer auch im kommenden Winter in Schwerin nicht erwarten: schwarze Straßen bei Schnee. "Wir sind eine grüne Stadt, da werden wir so sparsam wie möglich mit Salz umgehen", so die SDS-Chefin. Wo der Nahverkehr unterwegs ist, die Haupttrassen für Rettungsfahrzeuge und an Steigungen wird zuerst geräumt. "Wir können bei extremen Situationen aber nicht überall gleichzeitig sein."

Doch selbst nach dem Winter müssen sich die Autofahrer noch auf Behinderungen einstellen. Es wird wieder viele Schlaglöcher geben - obwohl in diesem Frühjahr gerade erst die schlimmsten Winterschäden der vergangenen zwei Jahre mit einem Aufwand von mehr als einer Million Euro ausgebessert worden waren. Trotzdem gibt es auf den Schweriner Straßen immer noch jede Menge Risse und großflächige Absenkungen. Dort kann Wasser eindringen, dass sich bei Frost ausdehnt. Die Folge: Der Asphalt wird regelrecht herausgesprengt. "Wir sind laufend mit eigenen Mitarbeitern unterwegs, um Risse zu füllen", sagt Ilka Wilczek. "Die Schäden sind aber so umfangreich, dass wir nicht hinterher kommen." Und zu mehr fehlt schlicht das Geld. Dabei wäre es billiger, vor dem Winter alle schadhaften Stellen mit einer Spezial-Emulsion zu behandeln, als während einer Kälteperiode Schlaglöcher zu füllen. Denn der dafür erforderliche spezielle Asphalt ist teuer - und hält doch nur kurze Zeit. Besonders unglücklich, so die Werksleiterin, seien dabei Wechsel zwischen Frost und Tauwetter.

Dazu kommen gänzlich kaputte Straßen. Denn obwohl in den vergangenen Jahren einige Hauptstraßen "grundhaft saniert", also quasi neu gebaut worden waren, bleibt noch viel zu tun. Besonders extrem ist es Am Grünen Tal zwischen der Einmündung der Hamburger Allee und dem Köpmarkt. "Hier helfen Reparaturen nur noch für sehr kurze Zeit", sagt Ilka Wilzcek. "Die Straße muss ganz neu gebaut werden." In der Stadtverwaltung laufen dafür auch schon die Vorplanungen. Allein, es fehlt das Geld für die Sanierung, denn dieser Abschnitt der viel befahrenen Umgehungsstraße liegt in keinem Sanierungsgebiet. Fördermittel sind dafür aus diesem Grund nicht zu bekommen. Die SDS-Chefin rechnet deshalb nicht mit einem Baubeginn vor dem Jahr 2014.

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