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Stadt streicht neue Lehrbücher : Schwerin spart auf Kosten der Schüler

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Wenn die Schule am 5. August wieder losgeht, werden viele Schüler die Geldnot der Landeshauptstadt zu spüren bekommen. Die Stadt Schwerin streicht ihr jährliches Lehrbuchbudget von 350. 000 auf 30. 000 Euro zusammen.

svz.de von
erstellt am 05.Jul.2013 | 10:41 Uhr

Schwerin | Wenn die Schule am 5. August wieder losgeht, werden viele Mädchen und Jungen die Geldnot der Landeshauptstadt zu spüren bekommen: In kaum einer Schule wird es neue Lehrbücher geben. Das teilt Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow mit. Schwerin spart auf Kosten der Schüler. Die Verwaltung setzt bei den Lehrbüchern den Rotstift an und streicht das jährliche Budget von 350 000 Euro auf 30 000 Euro zusammen. "Wir beschränken uns auf die Feuerwehrfunktion: Wo zu wenige Bücher vorhanden sind, wird zugekauft, sonst gibt es keine neuen Schulbücher", sagt Holger Buck vom Schulverwaltungsamt der Stadt. Und der Rotstift quietscht noch weiter: Rund 300 000 Euro will Schwerin bei der Pflege der Schulgebäude einsparen. "Wie das im Einzelnen aussieht, ist noch unklar", so Buck. Doch die Einsparungen bei Lernmitteln haben ganz praktische Folgen: Die Schweriner Lehrer und Schüler müssen mit abgegriffenen Lehrmaterialien arbeiten. Viele Direktoren verzichten der Oberbürgermeisterin zufolge darauf, neue Schulbücher einzukaufen. Die Lehrbücher müssen notgedrungen länger halten. Das setzt wiederum voraus, dass die Mädchen und Jungen pfleglich mit ihnen umgehen. "Bislang konnten jedes Jahr in ausreichendem Umfang Schulbücher, die meist eine vier- bis fünfjährige Lebensdauer haben, ersetzt oder ergänzt werden", erklärt die Verwaltungschefin auf eine Anfrage der Fraktion der Unabhängigen Bürger. Dafür habe jeder Schule bislang jährlich ein Budget in Höhe von 30 Euro pro Jugendlichem zur Verfügung gestanden. Die Schulleiter konnten mit dieser Summe wirtschaften, ohne im Vorfeld konkrete Bedarfe anmelden zu müssen. Das hat sich nun geändert. Nur in "Härtefällen" können Direktoren mit Geld aus dem Lehrbuchtopf rechnen, in dem nun nur noch 30 000 Euro stecken. Zwei Schulen sollen laut OB bereits den Finger gehoben haben, weil sie im Schuljahr 2013/14 mehr Jugendliche als bisher unterrichten werden. Dementsprechend müssen die Buchkontingente aufgestockt werden. Im Schuljahr 2014/15 sollen aber wieder Schulbücher gekauft werden, so Buck.

Die Ursache für die prekäre Situation liegt in einer Entscheidung der Stadtvertreter. Diese hatten ein Zehn-Millionen-Euro-Sparpaket verabschiedet - deshalb muss auch das Schulamt den Gürtel enger schnallen. Mit den Einschnitten im Schulbuchbudget greift die Stadt in das Privileg der Selbstständigen Schule ein, wie Buck bestätigt. Jede Schule verfügt eigentlich über ein festgelegtes Budget, über das je nach Bedarf Kopierer, Lehrmittel und weiteres beschafft werden. Wie das im Einzelnen funktioniert, lesen Sie in der kommenden Woche in ihrer SVZ.

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