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Stadt will Grenzen neu ziehen : Schwerin sortiert Grundstücke neu

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Schwerins Stadtplaner wollen vorrangig das Gelände an der Möwenburgstraße weiterentwickeln und Platz für neue Einfamilienhäuser schaffen. Die Pläne stoßen allerdings auf den Unmut der Eigentümer.

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erstellt am 26.Sep.2013 | 07:34 Uhr

Schwerin | Während die erste Reihe am Ziegelinnensee fast vollständig bebaut ist, geht es auf den Flächen der ehemaligen Molkerei und der alten Möbelwerke nur schleppend voran. Gründe sind einerseits fehlende Bebauungspläne und andererseits umständlich verlaufende Grundstücksgrenzen.

Schwerins Stadtplaner wollen vorrangig das Gelände an der Möwenburgstraße weiterentwickeln und Platz für neue Einfamilienhäuser schaffen. Die Pläne stoßen allerdings auf den Unmut der Eigentümer, die nach Aussage gegenüber unserer Zeitung sogar eine "Enteignung" für möglich halten. "So ist das nicht", sagt Ulrich Frisch, Vorsitzender des Umlegungsausschusses und Mitarbeiter der Vermessungs- und Geoinformationsbehörde. Um das bereits bestehende Wohngebiet zu erweitern, müssen die Grundstücksgrenzen auf dem noch unbebauten Areal neu geordnet werden, - "allerdings nicht auf Kosten der Eigentümer", versichert Frisch. Derzeit parken Bootshauspächter ihre Autos auf dem unerschlossenen Gelände, künftig sollen Anwohnerstraßen die Zufahrten zu den Grundstücken ermöglichen. "Dafür müssen die Grundstückgrenzen innerhalb eines Umlegungsverfahrens neu gezogen werden, ein deutschlandweit gängiges Instrument", so der Ausschussvorsitzende.

Gemeinsam mit den Grundstückseigentümern, zu denen neben einer Privatperson auch ein Unternehmen und die Stadt selbst gehören, suche die Stadt nach einer umsetzbaren Lösung - unter der Berücksichtigung von Bodenwerten, Wertentwicklung, Erschließungskosten und weiteren Parametern.

Das geschieht in der Landeshauptstadt manchmal in mehreren Monaten, kann sich aber auch Jahre hinziehen. So dauert das Umlegungsverfahren für das Gebiet Auf dem Dwang in Görries bereits sieben Jahre an. Auf dem ehemaligen Molkereigeländes sollen die Bagger laut Liegenschaftsamt 2015 rollen. Parallel zum Umlegungsverfahren wollen die Stadtplaner auch den notwendigen B-Plan aufstellen.

Zwar steht die Stadtpolitik kurz davor, einen B-Plan für das Gelände der ehemaligen Möbelwerke und der einstigen Spezialbau GmbH zu verabschieden, dennoch ist das Areal an der Ecke Möwenburg- und Wismarsche Straße für viele Schweriner das größere Sorgenkind. Seit den 1990er-Jahren liegt die Fläche zum Großteil brach. Dort häuft sich der Abfall, über dessen Geruch sich mehrere Schweriner bei der Verwaltung beschwerten. Auch fürchten viele dort eine Rattenplage. Die Eigentümer des Geländes am Ziegelaußensee hatten bis vor Kurzem wenig Interesse gezeigt, so die Aussage von Bernd Nottebaum, Amtsleiter für Wirtschaft und Liegenschaften. In den vergangenen zehn Jahren habe die Stadt mehrmals den Kontakt gesucht. Doch seit wenigen Tagen würden sich die Eigentümer "mitwirkungsbereit" zeigen, sagt Baudezernent Dr. Wolfram Friedersdorff. "Wir sind optimistisch", heißt es. Ende Oktober soll die zurzeit "ungeklärte planungsrechtliche Situation" - wie es in der Vorlage heißt - beseitigt sein, gleich verknüpft mit einer Veränderungssperre desselben. Im hinteren Teil zum Ziegelaußensee hin sind dann Wohngebäude vorgesehen, wo früher Möbel hergestellt wurden und die Spezialbau GmbH ihren Sitz hatte.

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