Düstere Zukunft : Schwerin soll bluten

Innenministerium sieht Einsparmöglichkeiten von bis zu 20 Millionen Euro im Jahr – und will dafür allen Bürgern ans Portmonee.

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18. März 2014, 21:45 Uhr

Das Zukunftsszenario für die Landeshauptstadt klingt düster: Wenn es nach dem Innenministerium geht, macht Schwerin durch Umsetzung der Sparvorschläge des Beratenden Beauftragten in den nächsten Jahren zwar keine neue Schulden mehr. Doch das Leben der Schweriner wird dadurch deutlich teurer und für so manche Freizeitangebote müssen sich die Bürger dann in anderen Städten umsehen. Nachdem der Chef der Kommunalaufsicht, Hans-Heinrich Lappat, gemeinsam mit den Analysten des weltweit agierenden Wirtschaftsprüfungsunternehmens PWC der Stadtspitze und den Fraktionschefs die 26 Sparvorschläge und 12 Prüfaufträge für die nächsten Jahre präsentiert hatte, ging das Land damit anschließend auch an die Öffentlichkeit. „Wir wollen einen kontinuierlichen Arbeitsprozess anstoßen und gemeinsam an der Verbesserung der Finanzsituation Schwerins arbeiten“, sagte Lappat. Ziel sei es, bis zum Jahresende mit der neu gewählten Stadtvertretung eine Konsolidierungsvereinbarung zu erarbeiten. Die Umsetzung soll dazu führen, dass bereits in diesem Jahr 4,6 Millionen Euro eingespart werden. Im Jahr 2020 sollen es schon 18,8 Millionen pro Jahr sein. Dadurch solle erreicht werden, dass Schwerin im ersten Schritt mittelfristig keine neuen Schulden mehr macht, langfristig diese auch abbaut. Aktuell hat die Landeshauptstadt Verbindlichkeiten von 146 Millionen Euro. In drei Jahren wäre der Schuldenberg Schwerins ohne Einsparung bereits auf 225 Millionen Euro angewachsen.

Was die Prüfer von PWC im Auftrag des Landes aufgelistet haben, wirkt bedrohlich. Alle städtischen Steuern sollen erhöht – und damit direkt alle Schweriner zur Kasse gebeten werden. Alle Satzungen der Stadt – und die damit von den Schwerinern zu zahlenden Gebühren – müssten angepasst werden. „Alles, was älter als zwei Jahre ist, muss auf den Prüfstand“, sagte der Beratende Beauftragte, Peter Jagnow.

Darüber hinaus soll der Nahverkehrsfahrschein statt 1,50 bald 1,80 Euro kosten und der Preis dann alle zwei Jahre weiter erhöht werden. Der Belasso-Sportpark muss nach Vorstellung des Innenministeriums schließen, der Zoo kleiner – und sein Eintrittspreis höher – werden, und noch vieles mehr. SVZ berichtet morgen ausführlich.

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