Angebot verbessern : Schwerin setzt Urlauber aufs Rad

Die Altstadt vom Fahrradsattel aus entdecken: Die Tourist-Information bietet eine neue 18 Kilometer lange Tour  an, die 33 Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet – allerdings fehlt die Schleifmühle, wie der ADFC bemängelt.
Die Altstadt vom Fahrradsattel aus entdecken: Die Tourist-Information bietet eine neue 18 Kilometer lange Tour an, die 33 Sehenswürdigkeiten miteinander verbindet – allerdings fehlt die Schleifmühle, wie der ADFC bemängelt.

Der Ruf nach Leihstationen und Urlaubs-Paketen wird lauter: Fahrrad-Club wirbt für bessere Fahrradwege und bietet geführte Tagestouren an

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16. Februar 2014, 08:00 Uhr

Die Landeshauptstadt soll in Sachen Fahrrad-Tourismus stärker in die Pedale treten. Dafür wirbt der Allgemeine Deutsche Fahrrad-Club (ADFC) seit Langem, wie auch auf den Fahrradforen der Stadt wiederholt deutlich wird. Während in der Tourist-Information im Rathaus am Markt ein neues Faltblatt eine 18 Kilometer lange Tour durch die Landeshauptstadt abbildet, bewegt sich die Stadt nur schwerfällig, um Urlauber mit dem Drahtesel zu werben. „Dabei haben sich die Fahrradtouristen in den vergangenen Jahren zu einer wichtigen Zielgruppe entwickelt“, sagt Dieter Schwarz. Der Schweriner setzte sich in der jüngsten Sitzung des Fahrradforums für eine größere Außendarstellung Schwerins als fahrradfreundliches Reiseziel ein. Sein Motto: „Schweriner Seenlandschaft: Kultur, Natur, Radtour“. Die Stadt müsse Gäste werben, „die Schloss- und Parkbesichtigung, Museumsbesuch und Stadtbesichtigung verbinden wollen, mit individuell planbaren Fahrradtouren um den See oder in die Umgebung“.

Ein Schritt in diese Richtung ist die neue Fahrradtour durch Schwerin. Das Faltblatt führt ambitionierte Pedalritter zu 33 Sehenswürdigkeiten. Entlang der Strecke stehen mehrere Hinweistafeln, die ebenfalls eine Übersichtskarte abbilden, an der sich Radler orientieren können. Die Fahrradfahrer sollten allerdings etwas Muskelkraft mitbringen, immerhin geht es auf einer gut 18 Kilometer langen Strecke einmal von der Schelfstadt bis in den Schweriner Süden nach Mueß zum Freilichtmuseum und wieder zurück.

Aber Dieter Schwarz geht noch einen Schritt weiter und fordert: „Die immer stärker werdende Zahl von Fahrradtouristen sollte auch in den Tourismus-Konzepten am Schweriner See zunehmend ganz gezielt eine Rolle spielen.“ Dafür müsse die Werbung gezielt auf „einen Aktivurlaub auf dem Rad“ mit einer „mehrtägigen Kombination von Stadt- und Schlossbesichtigung“ ausgerichtet werden. „Wer sich von vornherein auf die Kulturstadt Schwerin und aufs Radfahren im Gebiet der Süßwasserseen einstellt, setzt sich nicht nach drei Tagen wieder ins Auto und fährt ans Meer“, ist Dieter Schwarz überzeugt. Auch in Sachen Leih- bzw. Servicestationen müsse sich etwas bewegen.

Seit Jahren liegen entsprechende Pläne in den Schubfächern des Amtes für Verkehrsmanagement. Leider fehlt es der Stadt weiterhin an finanziellen Mitteln. Die Service-Station sollte eine Fahrradwerkstatt, einen Laden, einen Verleih und eine Aufbewahrungsoption unter einem Dach anbieten. So stellt sich Reinhard Mattenklott vom Amt für Verkehrsmanagement die optimale Version vor. Gegen eine solche Fahrrad-Station spricht allerdings, dass Schwerin bislang nicht wirklich als Fahrradstadt anzusehen ist. Die Schweriner legen laut Stadtverwaltung nur zehn Prozent aller Wege mit dem Fahrrad zurück, steigen lieber in die Bahn, das Auto oder gehen zu Fuß. Die Nachfrage in der Landeshauptstadt ist einfach zu gering beziehungsweise schlichtweg nicht vorhanden.

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