Naturschutz : Schwerin schützt Eidechse und Co.

Die Ruhe trügt. Immer wieder stören Motorradfahrer Idylle, Vögel und Reptilien. Jetzt soll das Gebiet geschützt werden.
Die Ruhe trügt. Immer wieder stören Motorradfahrer Idylle, Vögel und Reptilien. Jetzt soll das Gebiet geschützt werden.

In den Göhrener Tannen soll eine mehr als 150 Hektar große Fläche zum Landschaftsschutzgebiet erklärt werden

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29. September 2015, 12:00 Uhr

In Schwerin soll ein neues Landschaftsschutzgebiet ausgewiesen werden. Dafür vorgesehen ist eine Fläche von 153 Hektar nördlich des Industrieparks in den Göhrener Tannen. Eingeschlossen soll das bereits bestehende, 16 Hektar große Naturschutzgebiet Kiesgrube Wüstmark werden. „Durch die Schutzgebietsausweisung wird dem vorhandenen Potenzial an gesetzlich besonders und streng geschützten Tier- und Pflanzenarten Rechnung getragen im Sinne der Verpflichtungserklärung seitens der Stadtvertretung, Maßnahmen zur Beförderung der Biodiversität im Stadtgebiet Schwerins zu unterstützen“, heißt es in der Begründung der Verwaltung.

In dem Gebiet, von der Ludwigsluster Chaussee kommend, rechts des Fährweges sind Sandmagerrasen, Heiden, dichte und teilweise überalterte Ginsterbestände, Wald, Weidengebüsch und Niedermoor zu finden. Bisher konnten 58 Brutvogelarten wie Zwergtaucher, Grünspecht und Flussregenpfeiffer, Heidelerche, Steinschmätzer, Schwarzkehlchen und Neuntöter nachgewiesen werden. Der Eisvogel wurde ebenfalls hier beobachtet. Streng und besonders geschützte Arten an Reptilien und Amphibien wie Zauneidechse und Blindschleiche, Kreuzkröte, Knoblauchkröte, Erdkröte, Laub- und Moorfrosch sowie Kamm- und Teichmolch wurden nachgewiesen.

Außerdem soll das Areal als Naherholungsgebiet ruhiger werden. Denn bisher gibt es hier erhebliche Probleme. „Vor allem massiv störende Motorsportler haben diesen Naturraum entdeckt und zerstören durch ihr rücksichtsloses Verhalten Brutplätze für Uferschwalben, beängstigen andere Brutvogelarten sowie Niederwild und sorgen für beträchtlichen Lärm“, so das Umweltamt. „Die aktuellen Beschwerden von Jagdpächtern, Anwohnern sowie von Naherholungssuchenden bezeugen dies.“

Zudem wird auf der Fläche immer wieder illegal Müll entsorgt. Deshalb wurde eine Liste mit 13 Verboten erarbeitet. Offenes Feuer, Fahrzeugverkehr und nicht angeleinte Hunde sind beispielsweise nicht erlaubt. Bei Verstößen kann ein Bußgeld von bis zu 100 000 Euro verhängt werden. Betreut werden soll das neue Landschaftsschutzgebiet durch die ehrenamtlichen Naturschutzwarte für den Bereich Wüstmark.

Als nächster Schritt werden jetzt Verbände, Behörden und weitere Betroffene gehört, ob sie Einwände haben.

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