Sonntagseinkauf : Schwerin sauer über Bäderregelung

Verkaufsoffene Sonntage bescheren den Geschäften in der Innenstadt stets viele Kunden.
Verkaufsoffene Sonntage bescheren den Geschäften in der Innenstadt stets viele Kunden.

Landeshauptstadt protestiert beim Wirtschaftsministerium gegen Verringerung der Zahl der verkaufsoffenen Sonntage

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06. Januar 2016, 06:15 Uhr

Seit Jahresbeginn ist die neue Bäderregelung in Kraft und Schwerin ist sauer. „Wir werden künftig schlechter gestellt als bisher, das ist völlig inakzeptabel“, sagt Wirtschaftsdezernent Bernd Nottebaum. Denn von den bislang acht verkaufsoffenen Sonntagen sollen vier gestrichen werden. „Wir haben deshalb Wirtschaftsminister Harry Glawe schriftlich ersucht, die Regelung zu überdenken“, so Nottebaum. Schwerin sei ein Anziehungspunkt für Touristen und sollte deshalb von Ausnahmeregelungen wie für die Bäderstädte profitieren. „Außerdem sind wir offizieller Anwärter für die Welterbeliste der Unesco. Es wäre nur gerecht, wenn Schwerin eine Gleichbehandlung mit den Welterbestädten Wismar und Stralsund bekäme“, so der Vize-OB. „Zumindest aber wollen wir keine Verschlechterung der bisherigen Situation.“

Der Centermanager der Marienplatzgalerie, Henner Schacht, bleibt abwartend. „Zunächst einmal muss man Bäderregelung und Verkaufsstättenverordnung auseinanderhalten. Und letztere erlaubt uns vier verkaufsoffene Sonntage. Für uns hat sich bewährt, dass die Läden von 13 bis 18 Uhr offen sind. Denn viele Kunden gehen vor dem Einkauf gern noch in unsere Restaurants.“

Der Manager des Schlosspark-Centers, Klaus Banner, bedauert den Wegfall von vier Verkaufssonntagen – gerade mit Blick auf die Welterbe-Bewerbung der Stadt. „Doch Handel ist Wandel. Wir müssen uns auf die neue Situation einstellen“, sagt er. Das gehe nur gemeinsam. „Wir haben die verbleibenden vier Termine mit der Werbegemeinschaft Altstadt und den anderen Centern abgestimmt.“ Nun sei die City-Managerin gefragt, damit die ganze Stadt mitziehe. Verkaufsoffene Sonntage sind der 6. März, der 4. September, der 2. Oktober und der 27. November. Geöffnet werde jeweils von 12 bis 18 Uhr.

Die Stadtmarketing Gesellschaft ist verärgert über die „Verschlechterung der Situation“, sagt Marketing-Leiterin Katharina Lawrenz. Denn „verkaufsoffene Sonntage sind immer ein Magnet gewesen und haben viele Kunden aus dem Umland nach Schwerin gelockt“, Deshalb sei es richtig, dass die Stadt beim Wirtschaftsministerium Beschwerde eingelegt habe.

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