Mehr Arbeitslosigkeit, Altersarmut und geringe Mieten : Schwerin: Lankow bald sozialer Brennpunkt?

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Typischer Blick über die Gadebuscher Straße: Hier stehen Einfamilienhäuser direkt neben Plattenbauten und zeigen deutlich die Gegensätze im Stadtteil. Klawitter

Lankow entwickelt sich offenbar zu seinem Nachteil. Die Arbeitslosigkeit steigt. Viele Lankower leben von Hartz IV. Weil sich viele die Mieten nicht mehr leisten können, nehmen die Zahlen der Bedarfsgemeinschaften zu.

svz.de von
02. Januar 2013, 08:22 Uhr

Lankow | Der Stadtteil Lankow entwickelt sich offenbar zu seinem Nachteil. Die Arbeitslosigkeit steigt. Viele Lankower leben von Hartz IV. Weil sich eine große Anzahl die Mieten nicht mehr leisten kann, nehmen die Zahlen der Bedarfsgemeinschaften in dem Stadtteil zu. Auch die Altersarmut bedroht immer mehr Senioren. Außerdem sei eine Abwanderungsbewegung von Bewohnern der Stadtteile Großer Dreesch, Neu Zippendorf und Mueßer Holz zum Stadtteil Lankow zu erkennen, heißt es in einem Antrag aller Fraktionen.

Um den Stadtteil nicht zu einem weiteren sozialen Brennpunkt Schwerins werden zu lassen, soll er mit dem Bund-Länder-Programm "Stadtteile mit besonderem Entwicklungsbedarf - Soziale Stadt" gefördert werden. Die Schweriner Stadtvertreter beauftragten die Oberbürgermeisterin "unverzüglich" alles Notwendige zu veranlassen. Das seit dem Jahr 1999 bestehende Projekt soll benachteiligte Stadtteile vor einer drohenden "Abwärtsspirale" bewahren, wie das Bundesbauministerium mitteilt. "Die Probleme benachteiligter Stadtteile sind oft sehr komplex", heißt es dort weiter. 2012 sei das Programm weiterentwickelt worden. Im Vordergrund stünden städtebauliche Maßnahmen in das Wohnumfeld, in die Infrastruktur und in die Qualität des Wohnens. Gerade in benachteiligten Stadtteilen sei es wichtig für mehr Generationengerechtigkeit und Familienfreundlichkeit zu sorgen, um den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die Integration aller Bevölkerungsgruppen zu verbessern. Schon im Jahr 2010 hatte es Bemühungen gegeben, Lankow in das Program m "Soziale Stadt" aufzunehmen. Allerdings wurde "auf der Grundlage der vorliegenden Daten keine Notwendigkeit gesehen", wie aus dem Antrag hervorgeht. Erst ein Jahr später belegte eine Sozialraumanalyse für den Stadtteil, dass beispielsweise nur 28 Prozent der Lankower einer "sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung" nachgehen. Außerdem belege der Stadtteil in der Arbeitslosenstatistik bereits den vierten Platz hinter dem Mueßer Holz, Neu Zippendorf und dem Großen Dreesch. Demnach stieg die Quote vom Dezember 2010 bis Juni 2011 um 1,7 Prozentpunkte auf 16,3 Prozent.

Die Oberbürgermeisterin soll der Stadtvertretung nun bis zum 15. Februar den Stand des Aufnahmeprozesses in das Programm "Soziale Stadt" mitteilen.

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