Landeshauptstadt : Schwerin kauft marodes Fokker-Erbe

Diese denkmalgeschützte Fokker-Halle in der Werdervorstadt ist wieder in städtischer Hand. Was mit dem Gelände geschieht und ob die Bootshäuser bleiben dürfen, ist noch unklar. Juliane Haendschke
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Diese denkmalgeschützte Fokker-Halle in der Werdervorstadt ist wieder in städtischer Hand. Was mit dem Gelände geschieht und ob die Bootshäuser bleiben dürfen, ist noch unklar. Juliane Haendschke

Die Stadt Schwerin erwarb in der vergangenen Woche die unter Denkmalschutz stehende Fokker-Halle. Doch der Eigentümerwechsel der ehemaligen Flugzeughalle lässt Bootsbesitzer und Privatnutzer im Ungewissen.

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16. Mai 2012, 12:12 Uhr

Werdervorstadt | Die historischen Winden und Hebevorrichtungen bewegen im Jahr 1913 die ersten in Schwerin gebauten Flugzeuge in der Halle 1 und 2 der "Fokker Aeroplan GmbH". Heute heben sie Privatboote in der Bornhövedstraße 96. Auch die Besitzer der Schiffe und privaten Nutzer des etwa 7700 Quadratmeter großen Grundstücks sind nach Informationen unserer Zeitung bewegt. Die Stadt erwarb in der vergangenen Woche die seit dem Jahr 2010 unter Denkmalschutz stehende Halle und die Fläche. "Jetzt müssen wir schauen, wie es weitergeht", sagt Stefan Schlick vom Amt für Liegenschaften.

Das Areal liegt eingebettet zwischen zwei bereits im städtischen Eigentum befindlichen Grundstücken. Mit dem Kauf schließt die Verwaltung eine Lücke. Die Wasserkante der Werdervorstadt zum Schweriner See befindet sich jetzt fast vollständig in städtischer Hand. Langfristig sollen Schweriner, Urlauber und Bootsbesitzer den Uferbereich durchgängig nutzen können, bislang ist davon allerdings noch wenig zu merken.

Unterdessen schlossen sich die bislang als Privatpersonen aufgetretenen Bootsbesitzer zusammen, um einen Verein zu gründen. In diesem Schritt sieht auch Schlick vom Liegenschaftsamt einen Vorteil. "So haben wir einen statt mehrere Ansprechpartner, mit denen wir über die Zukunft der Fokker-Halle und der Fläche verhandeln können", sagt er. Es gehe nicht darum, alle Nutzer zu vertreiben, sondern gemeinsam zu versuchen, die Uferkante auch für Spaziergänger begehbar zu machen.

Fakt ist: Die Fokker-Halle bleibt. Allerdings ist ihr baulicher Zustand schlecht. Es regnet durch das Dach, mehrere Planen schützen die dort überwinternden Boote vor Regenwasser von oben. In einigen Fenstern fehlen die Scheiben, aber die hydraulische Hebe- und Zuganlage funktioniert noch. "Wir stehen hier in eine m historischen Schätzchen", sagt Schlick. Der künftige Verein verfügt vor aussichtlich nicht über die notwendigen finanziellen Mittel, um die Halle wieder in Stand zu setzen und die Anlage in Schuss zu bringen. Auch dafür muss eine Lösung gefunden werden. Die Stadtkasse jedenfalls ist leer. "Aber wir befinden uns hier im Sanierungsgebiet", sagt Schlick. Da ließe sich einiges machen. Was genau, hängt auch davon ab, wie sich die vorrangig von Vereinen genutzte Umgebung entwickelt.

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