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Zeitung für die Landeshauptstadt

12. Dezember 2017 | 15:18 Uhr

Zu viel Asphalt : Schwerin kann Straßen loswerden

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Asphaltflächen können nur dann zurückgebaut werden, wenn sie ohnehin saniert werden – für mehr fehlt der Stadt das Geld

von
erstellt am 21.Jul.2015 | 21:00 Uhr

„Ja“, bekennt der Chef des Amtes für Verkehrsmanagement, Bernd-Rolf Smerdka, „wir könnten einige Straßen in Schwerin zurückbauen.“ Was einst großzügig geplant und gebaut wurde, ist heute längst nicht alles erforderlich. „Die Plater Straße zwischen Crivitzer Chaussee und Hamburger Allee gehört dazu.“ Lieber heute als morgen würde Smerdka zwei Fahrspuren wegreißen. „Allein uns fehlt das Geld dafür.“ Gleiches gilt für die Crivitzer Chaussee selbst. Und erst recht für das Dreieck Crivitzer-Ludwigsluster in Höhe Püsserkrug. „An der Stelle brauchen wir beim derzeitigen Verkehrsaufkommen keine sieben Fahrspuren.“ Tabu ist allerdings die Ludwigsluster Chaussee. „Wir haben mit der Feuerwehr über dieses Thema bereits gesprochen“, sagt Smerdka. „Die braucht die Ludwigsluster aber als ,Einflugschneise‘ in die Innenstadt. Da muss sie auch mal überholen können.“ Mit weniger Fahrstreifen könnte das schwierig werden.

Auch Ilka Wilczek, die Werkleiterin der Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen, könnte auf einige Straßen verzichten. Sie ist für die Instandhaltung und den Winterdienst von 553 Straßen im Stadtgebiet zuständig – beides geht ins Geld. Denn immerhin müssen auf 348 Kilometern 2 080 000 Quadratmeter Fahrbahn in Ordnung gehalten werden. Dafür stehen rund vier Millionen Euro im Jahr zur Verfügung. Nur sind das allein 2015 fast zwei Millionen Euro weniger als notwendig. Nach allgemein gültigen Regeln müssten für einen Quadratmeter Straße knapp 1,50 Euro pro Jahr für die Unterhaltung ausgegeben werden. Davon ist die Stadt weit entfernt. „Derzeit wird versucht, auf Grund der Maßnahmen aus dem Straßenunterhaltungskonzept den Instandhaltungsstau in kleinen Schritten aufzuholen“, sagt Ilka Wilczek. Doch bei der gegenwärtigen Finanzausstattung der SDS wird das dauern. Deshalb plädiert auch die Werkleiterin für den Abriss von Straßen, die nicht gebraucht werden. Immer nach dem Motto: Jeder Quadratmeter weniger zählt.

Die betriebswirtschaftliche Rechnung, was denn nun langfristig günstiger wird – Abriss oder Unterhaltung von Straßen – hat noch keiner in der Stadt angestellt. „Wir können immer nur dort zurückbauen, wo wir die Straße ohnehin anfassen müssen“, sagt Bernd-Rolf Smerdka. Am Grünen Tal ist das der Fall. Hier wird ein Teil der Umgehungsstraße im Prinzip neu gebaut. Und dabei verschwinden dann auch gleich rund 3000 Quadratmeter Asphalt. Und wenn die Hamburger Alle zwischen Plater Straße und Ärztehaus saniert wird, werden aus jetzt vier Spuren nur noch zwei.

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