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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 05:03 Uhr

1. Mai in Schwerin : Schwerin im Ausnahmezustand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Großaufgebot der Polizei sichert Mai-Kundgebungen und verhindert Aufeinandertreffen von linken und rechten Gruppierungen

von
erstellt am 01.Mai.2016 | 20:45 Uhr

Belagerungszustand in Schwerin: Mehrere Hundertschaften der Polizei haben die Demonstrationen und Kundgebungen zum 1. Mai gesichert. Überall in der Innenstadt gab es Absperrungen und Patrouillen. Mit dem Großaufgebot von rund 800 Beamten wollte die Polizei insbesondere eine Konfrontation zwischen linken und rechten Demonstranten verhindern. „Dieses Ziel haben wir erreicht“, bilanzierte Polizeisprecher Steffen Salow am Abend.

Bereits am frühen Vormittag setzte die Polizei auf dem Obotritenring in Höhe des Demmlerplatzes eine Gruppe von rund 120 Personen aus der linken Szene fest, die auf dem Weg zur NPD-Kundgebung auf dem Platz der Freiheit war. Die Demonstranten seien vermummt und uniformiert gewesen und hätten sich Anweisungen der Polizei widersetzt, erklärte Salow.

Die Kundgebung der NPD auf dem Platz der Freiheit verlief ohne Zwischenfälle. Nach der Versammlung machten sich die rund 400 Teilnehmer in Richtung Innenstadt auf. Bis auf einige hitzige Wortgefechte mit den am Obotritenring festgesetzten Gegendemonstranten blieb der Marsch friedlich. Auch die Kundgebung am Marienplatz lief ohne weitere Vorkommnisse ab.

Pfefferspray setzte die Polizei am Pfaffenteich-Südufer ein, als einige Demonstranten nicht wie geplant über die Mecklenburgstraße weiterzogen, sondern über die Alexandrinenstraße in Richtung Platz der Freiheit aufbrechen wollten, um sich einer Gewerkschaftskundgebung in der Dr.-Külz-Straße anzuschließen. „Durch unser Eingreifen haben wir ein Zusammentreffen der Demonstranten mit den Teilnehmern der NPD-Kundgebung unterbunden“, sagte Salow. Der angemeldete Demonstrationszug unter dem Motto „Time to say goodbye“ schlängelte sich später auf dem vorgesehenen Weg unter anderem durch die Graf-Schack-Allee. Insgesamt zählte die Polizei mehr als 500 Demonstranten, die gegen den NPD-Aufmarsch protestierten.

Die Mai-Feierlichkeiten des DGB hatten am Morgen auf dem Grunthalplatz begonnen. Stadtpräsident Stephan Nolte erinnerte in seinem Grußwort an die Lehrerin Marianne Grunthal, die auf dem Platz vor dem Bahnhof kurz vor Kriegsende von den Nazis umgebracht worden war. Der Grunthalplatz, auf dem sich ursprünglich auch die NPD versammeln wollte, sei ein historischer Ort, an dem Rechte nichts zu suchen hätten, sagte Nolte. Gemeinsam mit dem Aktionsbündnis für eine friedliches und weltoffenes Schwerin warb er für eine Stadt ohne menschenverachtende Parolen und Rassismus.


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