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Zeitung für die Landeshauptstadt

14. Dezember 2017 | 14:02 Uhr

Thema der Woche : Schwerin hat zu viele Straßen

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Tausende Quadratmeter versiegelte Fläche werden für den Autoverkehr offenbar nicht gebraucht – belasten aber Umwelt und Stadtkasse

von
erstellt am 21.Jul.2015 | 12:00 Uhr

Straßen verbinden Orte und Menschen. Sie ermöglichen den Austausch von Waren und Ideen. Doch wie viele Straßen braucht Schwerin dafür? Sind alle Straßen in ihrer heutigen Form erforderlich? Denn Straßen bringen nicht nur Vorteile mit sich. Zum einen kosten sie einen erheblichen Aufwand in der Unterhaltung – vom Winterdienst über die Schlaglochbeseitigung bis zum „grundhaften Ausbau“, also quasi einem Neubau. Zum anderen versiegeln Asphalt- oder Betonfahrbahnen den Boden, bringen den Wasserhaushalt durcheinander und erfordern ein teures Abwassermanagement.

Könnte und sollte also nicht hier und da der Straßenbelag entfernt und die frei werdende Fläche begrünt werden? Oder können Straßen wenigstens zum Teil zu Parkplätzen umgebaut werden?

Beispiele lassen sich im Stadtgebiet schnell finden. Die Crivitzer Chaussee muss offenbar nicht vierspurig sein – den Beweis hat die Stadtverwaltung schon 2009 angetreten. Zur Bundesgartenschau war ein Fahrstreifen stadteinwärts gesperrt und diente als Reserveparkplatz. Den Verkehrsfluss hat das nicht beeinträchtigt. Und betrachtet man die Verkehrsströme auf der Ludwigsluster Chaussee, so entsteht der Eindruck, dass es auch hier zweispurig gehen würde. Insbesondere auf Höhe Püsserkrug macht die Straße den Eindruck, dass sie überdimensioniert ist: vier Spuren verlaufen stadteinwärts, drei stadtauswärts.

Auch der Plater Berg von der Crivitzer hoch zur Hamburger Allee muss wohl nicht vierspurig sein. Die relativ geringe Zahl der Autos könnte auch problemlos von einer „normalen“ Straße aufgenommen werden. Die Einfahrt „Brink“ zur Neuen Gartenstadt von der Ludwigsluster Chaussee aus hat zwei Fahrstreifen. Einer würde in ein Wohngebiet reichen, so wie nur eine Straße weiter der „Blumenbrink“. Dass der „Brink“ so opulent ausgefallen ist, ist im Bebauungsplan beründet: Es wurde hier die ehemalige Zufahrt zum Kasernengelände aufgenommen und als Hauptzufahrt zum Wohngebiet entsprechend gestalterisch hervorgehoben. Doch wer erinnert sich noch, wie die Zufahrt zu den Russenkasernen einst ausgesehen hat? Dass ihretwegen wieder eine Fläche zusätzlich versiegelt wurde, erschließt sich dem Nutzer nicht.

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