Eigenheimplanung : Schwerin gehen die Baugebiete aus

Im Eigenheimgebiet an den Sodemannschen Teichen stehen die ersten Häuser bereits. Alle Grundstücke sind vergeben.
Im Eigenheimgebiet an den Sodemannschen Teichen stehen die ersten Häuser bereits. Alle Grundstücke sind vergeben.

In der Stadt gibt es nur noch wenige Flächen, auf denen Eigenheime gebaut werden können – Verwaltung sucht nach Alternativen

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02. April 2015, 12:00 Uhr

Die Zinsen sind im Keller, Baugeld ist günstig wie noch nie. Im Hafen und in den Waisengärten wird ein Haus nach dem anderen hochgezogen. Alles Miet- und Eigentumswohnungen. Eigenheime entstehen derzeit an den Sodemannschen Teichen in Lankow. Doch wenn dieses Baugebiet voll ist, wird es schon eng in der Stadt für neue Einfamilienhäuser. Es fehlen baureife Flächen.

„Spätestens in drei Jahren brauchen wir neue Ideen, wo Eigenheime entstehen können“, sagt Andreas Thiele, Fachgebietsleiter für Stadtentwicklung. Denn im Flächennutzungsplan sind nur noch wenige Flächen ausgewiesen.

Bebaubar wäre derzeit das Gelände des ehemaligen Internatskomplexes in Lankow. Das wurde gerade von der Stadt an einen privaten Investor verkauft. Die Entwürfe des Büros Mikolajczk-Kessler-Kirsten für das „Wohnen am Lankower See“ sehen hier 260 Wohneinheiten vor, darunter auch Einfamilienhäuser. Die kubistische Bauweise mit Klinkerfassaden und Flachdächern wäre für Schwerin einmalig. Seine konkreten Pläne für das Baugebiet in Lankow will der Eigentümer am 9. Mai, dem Tag des Städtebaus, öffentlich vorstellen.

Gebaut werden könnten Einfamilienhäuser auch noch in Friedrichsthal. Der schon vor langer Zeit beschlossene Bebauungsplan sieht dafür noch eine Fläche von 20 Hektar vor. Etwa 250 Häuser könnten entstehen. Dort gibt es allerdings ein Problem. Weil das Areal bisher weitgehend unbeachtet blieb, ist dort ein Wald gewachsen. Und der darf nicht einfach so für Wohnhäuser abgeholzt werden. „Da werden wir noch intensive Gespräche mit der Forstverwaltung führen müssen“, so Andreas Thiele.

Darüber hinaus gibt es noch Flächen in der Stadt, die „eventuell“, wie der Stadtplaner sagt, für Eigenheime genutzt werden könnten: der ehemalige Güterbahnhof, die einstigen Möbelwerke und weitere kleinere Flächen. Konkretes gibt es aber noch nicht. Bis die Bauarbeiter loslegen können, müssen zunächst Bebauungspläne aufgestellt werden. Und das geht nicht von heute auf morgen.

Eine Alternative wäre das Bauen in den Plattenbausiedlungen. Schon seit Jahren im Gespräch ist beispielsweise die Brachfläche in Neu Zippendorf, wo einst der Buga-Parkplatz war. Die Stadt hatte dort große Pläne. Der Grund und Boden sollte besonders preiswert angeboten werden und so das Bauen für junge Familien ermöglichen. Doch die Realität hat diese Vorstellungen ins Abseits gestellt. Denn die tatsächlichen Erschließungskosten lassen günstiges Bauen kaum zu. Inzwischen hat der neue Geschäftsführer der Wohnungsgesellschaft Schwerin (WGS), Thomas Köchig, den Bau von Mieteigenheimen ins Gespräch gebracht. Konkreter ist er allerdings bisher noch nicht geworden.

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