Krankenstand : Schwerin führt bei Krankentagen

Wenn alles zu viel wird. Psychische Probleme gehören zu den häufigsten Krankheitsursachen in Schwerin. Foto: dpa
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Wenn alles zu viel wird. Psychische Probleme gehören zu den häufigsten Krankheitsursachen in Schwerin. Foto: dpa

Barmer GEK legt aktuelle Zahlen vor: In der Landeshauptstadt deutlich mehr Fehltage als im Landes- oder Bundesdurchschnitt

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28. Juli 2015, 21:00 Uhr

Die Schweriner sind häufiger krank als andere im Land. Zumindest statistisch gesehen. Auf 100 Versicherte kommen demnach in der Landeshauptstadt 153 Krankschreibungen. Im Landesdurchschnitt sind es nur 138 Tage, bundesweit sogar nur 121. Schwerin liegt damit um 26 Prozent über dem Bundesdurchschnitt. Das geht aus den aktuellen Zahlen der Barmer GEK vor, die Regionalgeschäftsführerin Simone Borchardt vorlegte. Die Krankenkasse hat dafür alle Daten ihrer Versicherten ausgewertet – etwa jeder sechste Schweriner ist bei der Barmer GEK versichert. Nicht erfasst sind also Privatversicherte und Kunden anderer gesetzlicher Krankenkassen. Dennoch: Die Zahlen zeigen einen Trend. Denn laut Barmer-Statistik sind damit aufs Jahr gerechnet 5,35 Prozent der Belegschaft eines Unternehmens krank. Bundesweit liegt der Krankenstand nur bei 4,7 Prozent.

Warum die Schweriner so häufig krank sind, kann Regionalgeschäftsführerin Borchardt allerdings auch nicht erklären. Aber die Zahlen seien so beängstigend hoch, dass Unternehmer reagieren sollten, rät die Expertin. Schließlich sei seit Jahren bekannt, was die häufigsten Krankheitsursachen seien: psychische Probleme und Rücken. „Erkrankungen im Muskel- und Skelettsystem verursachen die längsten Arbeitsunfähigkeitszeiten“, sagt Borchardt. 432 Krankentage auf 100 Versicherte waren es bei der Barmer im vergangenen Jahr. „Oft ist Bewegungsmangel ein Hauptgrund. Mit gezielten Kursangeboten kann hier entgegengesteuert werden.“

Das gilt aus Borchardts Sicht auch für psychische Erkrankungen. Fast zwölf Prozent mehr Fehltage registriere die Kasse dabei in Schwerin im Vergleich zum Bundesdurchschnitt. „Wir haben diesem Krankheitsbild im vergangenen Jahr eine umfassende Studie gemacht“, erklärt Borchardt. „Demnach war 2014 fast jeder dritte Arbeitnehmer von einer psychischen Erkrankung betroffen. Das führte zwar nur bei sieben Prozent zu einer Arbeitsunfähigkeit. Dafür dauerte diese aber mit durchschnittlich 42 Tagen so lange wie keine andere Erkrankung.“

Starker Termin- und Leistungsdruck seien eine Ursache. „Niemand sollte immer erreichbar sein müssen“, sagt Borchardt. Die Barmer hat gemeinsam mit dem Dachverband Gemeindepsychiatrie einen Leitfaden zum Thema erarbeitet. Er liefert Führungskräften neben Checklisten konkrete Lösungsbeispiele für Mitarbeitergespräche und Handlungsempfehlungen.

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