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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. Oktober 2017 | 09:43 Uhr

Tag der Einheit : Schwerin feiert Silberhochzeit

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Großer Festakt „25 Jahre Deutsche Einheit – 25 Jahre Landeshauptstadt“ im Staatstheater mit klassischer Musik und vielen Erinnerungen

von
erstellt am 04.Okt.2015 | 20:00 Uhr

Sanft und ruhig. Aber auch schnell, laut, rasant, turbulent, stark. Ausdrucksvoll und beeindruckend: Der Auftakt der Mecklenburgischen Staatskapelle unter der Leitung von Daniel Huppert zur Festveranstaltung „25 Jahre Deutsche Einheit – 25 Jahre Landeshauptstadt“ war ebenso vielfältig wie die vergangenen 25 Jahre der Stadt. Im fast vollbesetzten Staatstheater begrüßte Stadtpräsident Stephan Nolte die Gäste. „Am 27. Oktober 1990 fiel die Entscheidung, dass Schwerin unsere Landeshauptstadt wird“, erinnerte Nolte. Und das sei nicht selbstverständlich gewesen. Denn: Schwerin musste sich gegen die Hansestadt Rostock durchsetzen. „Es war ein wichtiger Impuls für unsere Stadt“, so der Stadtpräsident.

In einer Diskussionsrunde berichteten vier Schweriner über ihre ganz persönlichen Erfahrungen und Erinnerungen mit und an die Wendezeit. So auch Anne Zander, Inhaberin der Bäckerei Zander: „Die Zeit damals war sehr aufregend. Alles ging wahnsinnig schnell. Es war eine große Umstellung – ich denke heute noch viel an die Zeit.“ Zander lernte in der DDR Zahntechnikerin. 1990 wurde sie Mutter. „Gerade in dieser Zeit und dann noch als frisch gebackene Mutter, Arbeit zu finden, war äußerst schwierig“, berichtete sie. Es folgte eine „Odyssee durch viele verschiedene Unternehmen“. 1996 kam sie dann durch Zufall in die Backwaren-Branche. 2000 machte sie sich selbstständig.

Und auch der Generalintendant des Mecklenburgischen Staatstheaters Joachim Kümmritz erinnerte sich mit gemischten Gefühlen: „Vor der Wende war das Theater voll. Plötzlich hatten wir mit einem leeren Haus zu kämpfen. Viele gaben ihr Geld für Bananen aus und nicht für Theaterkarten“, sagte er mit einem Augenzwinkern. Viele der Schauspieler seien emotional so angeschlagen gewesen, dass eine Vorstellung fast ausgefallen wäre. „Einer der Schauspieler hatte plötzlich seinen Text vergessen. Er wollte nicht auf die Bühne gehen“, erzählte Kümmritz. Doch nach kurzer Zeit und einem Gespräch fing er sich wieder. „Das Stück fiel Gott sei Dank nicht ins Wasser“, so Kümmritz lächelnd. Gut ein Jahr hätte das Theater mit der Umstellung zu tun gehabt, dann aber sei das Programm mit viel Arbeit auf das Publikum und die Zeit angepasst gewesen.

Die Veranstaltung fand ihren Abschluss ebenso beeindruckend, wie sie begann: Mit klassischer Musik von Smetana, Händel und Offenbach.

 

 

 

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