Wegen Landesgesetz : Schwerin erhöht Trinkwasserpreis

Kontrolle in der Brunnenstube: WAG-Chef Axel Krause und sein Abteilungsleiter für Trinkwasser, Volkhardt Zillmann (r.), überprüfen die Rohre auf Dichtheit.
Kontrolle in der Brunnenstube: WAG-Chef Axel Krause und sein Abteilungsleiter für Trinkwasser, Volkhardt Zillmann (r.), überprüfen die Rohre auf Dichtheit.

Neues Landeswassergesetz – Stadt zieht nach: Grundgebühr pro Hauswasserzähler steigt von 1,30 Euro auf 4,22 Euro im Monat

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11. Januar 2016, 06:30 Uhr

Das Land verdoppelt mit seinem neuen Wassergesetz das Wasserentnahmeentgelt. Wasserversorger müssen künftig je Kubikmeter Grundwasser 10 Cent statt wie bisher 5 Cent an das Land zahlen. Das belastet die regionalen Wasserversorger. Der Zweckverband Schweriner Umland will dennoch die Preise für die Verbraucher konstant halten (SVZ berichtete). Doch die Einwohner der Landeshauptstadt werden künftig stärker zur Kasse gebeten. Die Wasserversorgungs- und Abwasserentsorgungsgesellschaft Schwerin (WAG) will im Februar die Trinkwasserpreise erhöhen.

„Wir haben über zehn Jahre die Wasserpreise stabil gehalten. Doch jetzt ist eine Preisanpassung unumgänglich“, sagt WAG-Geschäftsführer Axel Krause. „Trotz Optimierung betrieblicher Abläufe und Nutzung aller Kostensenkungspotenziale ist eine Erhöhung unvermeidbar.“ Dafür macht er drei Gründe verantwortlich: eine erhebliche Steigerung der Kosten für den Betrieb sowie der Steuern und Abgaben und den sinkenden Verbrauch. Im einzelnen nennt der Geschäftsführer ein ganzes Bündel von Faktoren: Die Bezugskosten für Leistungen von Dritten seien gestiegen, ebenso die Personalkosten durch die Tarifsteigerungen und auch die Laborkosten für mikrobielle Untersuchung. Hinzu kämen steigende Bezugskosten für Wasserzähler, die besagte Steigerung des Wasserentnahmeentgelts des Landes und der Energiebezugskosten durch das EEG. Nachteilig wirke sich zudem der sinkende Trinkwasserverbrauch in Schwerin aus. Der Pro-Kopf-Verbrauch liege mit 95 Litern pro Einwohner und Jahr deutlich unter dem Bundesdurchschnitt von 121 Litern. Deshalb sei nun eine Preiserhöhung notwendig.

„Wir halten den Mengenpreis von 1,75 Euro netto pro Kubikmeter konstant, werden aber den Grundpreis erhöhen“, erklärt Krause. Der steige von 1,30 Euro auf 4,22 Euro pro Monat. Da dieser Grundpreis pro Hausanschluss fällig wird, ergeben sich daraus für die einzelnen Verbraucher unterschiedliche Steigerungen. „Ein Einfamilienhausbesitzer zahlt den vollen Preis, für ein Doppelhaus halbiert er sich und in einem Mehrfamilienhaus mit zehn Parteien beträgt die Erhöhung nur 42 Cent pro Haushalt“, rechnet Krause vor. Die Verbraucher sollen in einer Bekanntmachung in den nächsten Tagen über die Details informiert werden.

WAG-Aufsichtsratschef Dr. Hagen Brauer kommentiert das neue Wassergesetz bitter: „Wenn die Landespolitiker unseren Bürgern in die Brieftasche fassen wollen, mögen sie das bitte selbst tun und uns Wasserwerker nicht zu ihrem Kassierer machen.“

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