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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. Oktober 2017 | 12:41 Uhr

Ein Herz für Kinder : Schwerin braucht Pflegeeltern

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Der Verein „Pro Kind“ hilft Kindern und Familien in schwierigen Situationen, sucht Auswege und führt Familien wieder zusammen

von
erstellt am 10.Okt.2015 | 16:00 Uhr

Der Raum ist hell. Groß. Freundlich. In der Mitte steht ein Tisch. Vier Stühle. Rote, gelbe und blaue Spielzeugautos liegen auf dem Fußboden. Eine Tafel hängt an der Wand. Bunte Kreide liegt davor. Mal- und Bilderbücher stehen in einem kleinen Regal. Es ist gemütlich. Ein Ort zum Wohlfühlen. „Hier, an diesem neutralen Ort treffen sich häufig die leiblichen Eltern mit ihren Kindern“, erklärt Astrid Schmidt-Wielepp vom Vereine „Pro Kind“. Denn: Nicht alle Kinder hätten es gut. Nicht alle Kinder würden behütet aufwachsen. Ihre Schuld sei es nie. „Die Eltern gelangen in schwierige Situationen, unerwartete Ereignisse, Krankheiten – dann ist Hilfe gefragt. Hilfe für Kinder. Aber auch für Eltern. Und genau dann kommen wir ins Spiel“, erklärt Schmidt-Wielepp. Die Mitarbeiter des Vereins in der Lübecker Straße 91 vermitteln Kinder in Pflegefamilien. „Wir unterstützen sie, die Pflegeeltern und natürlich auch die leiblichen Eltern“, so Schmidt-Wielepp.

Uta Pernack ist 36 Jahre alt. Ihre braunen langen Haare hat sie aus dem Gesicht gebunden. Sie lächelt. 2007 hat sie sich mit ihrem Mann dazu entschieden, ein Kind in Pflege zu nehmen. „Es war keine leichte Entscheidung. Wir haben an dem Vorbereitungskurs von Pro Kind teilgenommen. Alles genau durchdacht und uns dann gemeinsam dazu entschieden“, erklärt die Schwerinerin. Doch nach kurzer Zeit haben sie den kleinen Jungen wieder abgegeben. „Er kam zu seiner Familie zurück“, erklärt die Erzieherin. Ihre Stimme ist sanft. Ruhig. Es sei wirklich schwer gewesen, aber auch ein gutes Gefühl geholfen zu haben. „Wir unterstützen die leiblichen Eltern. Beraten sie. Wenn sich die Lebenssituation geregelt hat, kommen die Kinder zurück“, sagt die Leiterin von „Pro Kind“. Sie verstehe aber, dass es für Pflegeeltern und auch für die Kinder oftmals schwer sei, wenn sie die Familie verlassen müssen. „Sie sind oft über Monate in der Pflegefamilie. Wachsen mit anderen Kindern wie Geschwister auf“, unterstreicht sie. Der Verein sucht in der Landeshauptstadt Pflegeeltern für Lang- und Kurzzeitperspektiven. „Ob eine Einzelperson, ein Ehepaar oder ein gleichgeschlechtliches Paar – grundsätzlich kommen alle Schweriner in Frage“, sagt sie. Die Umstände müssten passen: Zeit und Platz wären wichtige Faktoren. So wie bei Familie Pernack. Sie haben drei eigene Kinder. „Und zwei in Pflege – mit Langzeitperspektive wie es in der Fachsprache heißt“, erklärt Uta Pernack mit einem Lächeln.

„Ab dem 15. Oktober bieten wir wieder einen Vorbereitungskurs an. Hier können sich Interessierte unverbindlich informieren. Der Bedarf ist groß“, so Schmidt-Wielepp. Fragen und Anmeldungen nehmen die Mitarbeiter des Vereins gerne unter Telefon 0385-7589564 entgegen.

 

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