20 Bewerber : Schwerin braucht neue Gästeführer

Stadtführungen sind bei Schwerin-Besuchern beliebt. Weil mehr Gäste kommen, werden auch mehr Stadtführer gebraucht
Stadtführungen sind bei Schwerin-Besuchern beliebt. Weil mehr Gäste kommen, werden auch mehr Stadtführer gebraucht

Die Volkshochschule bildet mit einem umfangreichen Programm interessierte Schweriner aus

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10. April 2015, 08:00 Uhr

Jahrelang hat Tatjana Janssen außerhalb ihrer Heimatstadt gearbeitet und gewohnt. Mit ihrem „beruflichen Ruhestand“ ist die geborene Schwerinerin in die Landeshauptstadt zurück gekehrt. Rumsitzen will sie aber noch lange nicht. Tatjana Janssen lässt sich in einem Kurs der Volkshochschule zur Gästeführerin ausbilden.

Knapp 20 Männer und Frauen sitzen im Schleswig-Holstein-Haus an den Tischen und hören einen Vortrag des Vize-OB Bernd Nottebaum zur Wirtschaft in Schwerin. Einige schreiben mit, einige hören aufmerksam zu. Sie alle wollen Stadtführer werden. „Das ist sehr gut, dass Sie an diesem Kurs teilnehmen“, freut sich Nottebaum. „Wir brauchen dringend neue Gästeführer. Die Besucherzahlen steigen, sowohl die der Tagesgäste, als auch die der Übernachtungen.“

Rund 60 Stunden lang lernen die Teilnehmer so ziemlich alles über Schwerin. Informationen zur Stadtgeschichte, zur aktuellen Entwicklungen, zur Kultur, zu Übernachtungsmöglichkeiten – kaum ein Thema bleibt ausgespart. Auch ein Kommunikationstraining gehört zur Ausbildung. Dazu kommen Führungen im Schloss, im Theater, im Museum, im Dom. Am Ende müssen die angehenden Gästeführer eine Prüfung ablegen.

Die Teilnehmer sind hochmotiviert. Schon vor Beginn des Unterrichts fachsimpeln sie vor dem Schleswig-Holstein-Haus. Jahreszahlen fliegen hin und her. Während des Nottebaum-Vortrags gibt es immer wieder Zwischenfragen. Zu einzelnen Themen entspinnen sich regelrechte Diskussionen: Gibt es zu viel Einzelhandelsfläche in der Stadt  ? Sind die Einkaufszentren am Marienplatz nicht überdimensioniert und machen sie den kleinen Händlern nicht das Leben schwer  ? Warum muss die Schwimmhalle in Lankow abgerissen werden  ? Das Hochhaus am Ziegelsee ist ein furchtbarer Fauxpas. Der Zuhörer merkt: Den angehenden Stadtführern liegt ihre Stadt am Herzen. Auch Tatjana Janssen, wenngleich sie sich auch nicht an den Diskussionen beteiligt. „Ich liebe es, andere Menschen kennen zu lernen. Gern möchte ich ihnen unsere schöne Stadt zeigen und näher bringen. Und vor allem möchte ich die Welterbebewerbung unterstützen.“

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