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Flüchtlinge in Schwerin : Schwerin bleibt bei Flüchtlingen beliebt

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Stadt verzeichnet anhaltenden Zuzug: Verwaltungsaufgaben und -ausgaben steigen

Mit 1,2 Millionen Euro erhält keine andere Stadt oder Landkreis mehr Geld vom Land für die Integration von Zuwanderern aus Krisengebieten wie Schwerin. Doch auch diese Summe wird nach Auskunft der Fachverwaltung kaum ausreichen. Denn Schwerin steht bei den Flüchtlingen als Wohnort landesweit an der Spitze der Beliebtheitsskala.

Allein zwischen 500 und 600 Kinder und Jugendliche aus Krisengebieten wie dem Irak oder Syrien leben nach Angaben von Sozialdezernent Andreas Ruhl aktuell in Schwerin. Bei den Gesamtzahlen gibt es unterschiedliche Angaben. „Wir gehen derzeit von 2200 Neu-Schwerinern aus“, sagt der Sozialdezernent. Die auf anderen Grundlagen basierenden Zählungen des Jobcenters listen 1300 Flüchtlinge in Schwerin auf. Hinzu kommen rund 600 Personen, die in der Erstaufnahmeeinrichtung in Stern Buchholz leben. Für Dezernent Ruhl war es deshalb folgerichtig, dass „wir erstmals aufgrund dieser Zahlen mehr Geld vom Land für Integration und Betreuung erhalten“.

Denn der Verwaltungsaufwand ist gestiegen. Die Ausländerbehörde ist mit Sachbearbeitern aufgestockt worden, berichtet der Sozialdezernent. Gleiches gelte für das Jugendamt und das Sozialamt. „Wir verzeichnen einen höheren Verwaltungsaufwand und damit höhere Kosten.“ Hinzu kämen weitere Ausgaben. So müsse die Kommune auch teilweise Kosten der Unterkunft für die anerkannten Flüchtlinge übernehmen.

Durchschnittlich melden sich aktuell monatlich rund 60 Flüchtlinge neu in Schwerin an, so die Analyse der Stadtverwaltung. „Es gibt in Schwerin keine Fluktuation. Wer kommt, bleibt“, so der Dezernent. „Die Integration bleibt eine große Herausforderung für uns – auch die nächsten Jahre.“ Denn noch seien die Migranten größtenteils in Programmen, um das Leben und Arbeiten in Deutschland kennenzulernen, aber auch um Berufsperspektiven auszuloten bis hin zu Bewerbungstrainings.

Doch was kommt nach dem Ende der Programme? Der Sozialdezernent sagt ganz deutlich: „Dass nachgefragte Fachkräfte zu uns kommen, ist die absolute Ausnahme.“ Vielmehr gestalte sich die Integration schon allein aufgrund der Sprachbarrieren oftmals als sehr schwierig. „Nicht selten sind Analphabeten unter den Zugewanderten. Deshalb sind niederschwellige Angebote so wichtig“, erklärt Ruhl.

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