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Zu schnelle Fahrzeuge stören die Totenruhe : Schwerin bittet Raser auf Friedhöfen zur Kasse

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Absurd aber wahr: Die Friedhöfe in Schwerin werden zu Rennstrecken. Jetzt wollen die SDS die Raser ausbremsen und eine verkehrsrechtliche Anordnung mit verstärkten Kontrollen durchsetzen. Es drohen Bußgelder.

svz.de von
erstellt am 06.Aug.2013 | 10:45 Uhr

Schwerin | Absurd aber wahr: Die Friedhöfe der Landeshauptstadt werden zu Rennstrecken. Jetzt wollen die SDS Stadtwirtschaftlichen Dienstleistungen die Raser ausbremsen und eine verkehrsrechtliche Anordnung mit verstärkten Kontrollen durchsetzen. Gründe sind der verstärkte Fahrzeugverkehr auf den Friedhöfen sowie weiter zunehmende Parkverstöße an den Zufahrten. Wer ohne Genehmigung mit einem Fahrzeug auf den Friedhöfen angetroffen wird, muss mit einem Bußgeld rechnen.

Aber wer fährt überhaupt mit einem Fahrzeug auf die Friedhöfe? Es gibt viele Menschen, die aufgrund ihres Alters, einer Behinderung oder eines Handicaps nur schwer die Ruhestätte eines lieben Menschen aufsuchen können. "Es ist möglich, eine Fahrgenehmigung für den Alten Friedhof oder den Waldfriedhof zu beantragen", sagt Martina Stanelle von der Friedhofsverwaltung. "Die Antragstellung sowie die Prüfung der Genehmigung erfolgt im Kundenbüro der Friedhofsverwaltung. Menschen mit einer Behinderung erhalten die Genehmigung kostenlos, alle anderen gegen Zahlung einer Gebühr."

Das Befahren der Friedhöfe ist für alle Inhaber einer Fahrgenehmigung zeitlich eingeschränkt: montags bis freitags von 8 bis 15.30 Uhr. An Sonn- und Feiertagen ist das Befahren der Friedhöfe nicht gestattet. Die Fahrgenehmigungen sind immer sichtbar auf der Fahrerseite des Fahrzeuges auszulegen.

Dieser Regel liegt eine entsprechende verkehrsrechtliche Anordnung zugrunde. "Wir haben allerdings zunehmend Verstöße gegen diese Regelung feststellen müssen", sagt SDS-Werkleiterin Ilka Wilczek. "Mit Rücksicht auf die Totenruhe und auch auf Besucher des Friedhofes, die hier nicht unbedingt mit zunehmendem Fahrzeugverkehr rechnen, sehen wir uns gezwungen, in Absprache mit dem Ordnungsamt künftig umfassendere Kontrollen durchzuführen." Diese Kontrollen bleiben nicht ohne Folgen, kündigt die Werkleiterin an. "Ob widerrechtliches Befahren der Friedhöfe oder Parkverstöße - wer sich falsch verhält, muss mit einem Bußgeld rechnen."

Auch Falschparker bereiten Probleme, so Wilczek weiter. Trotz ausreichender Parkmöglichkeiten an beiden Friedhöfen werden Zufahrten, beispielsweise zum Wirtschaftshof am Waldfriedhof, zum Abstellen von Fahrzeugen genutzt. "Das hat dazu geführt, dass wir mit Fahrzeugen teilweise nicht mehr auf den Wirtschaftshof fahren konnten. Auch die Müllabfuhr wurde dadurch behindert." Auf den Zufahrten von der Straße "Am Krebsbach" zum Wirtschaftshof ist jegliches Halten und Parken verboten. "Wir appellieren an alle Besucher der Friedhöfe, die ausgewiesenen Parkmöglichkeiten zu nutzen. Wer eine Fahrgenehmigung in Anspruch nehmen möchte, kann sich gern an die Friedhofsverwaltung wenden", so die Werkleiterin.

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