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Repräsentative Promenade am Ziegelinnensee geplant : Schwerin bekommt neues Stadtviertel

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Auf dem Ziegelinnensee sollen in den nächsten Jahren neue Bootsliegeplätze entstehen. Auch das dortige Viertel soll in fünf Jahren modern und urban werden. Unsere Zeitung hat einen Blick in die Baupläne geworfen:

svz.de von
erstellt am 12.Aug.2012 | 07:37 Uhr

Werdervorstadt | Mal den Anker ins Wasser werfen und vom Boot aus ins Wasser springen - noch ist das im Ziegelinnensee verboten. "Dort liegen immer noch Munitionsreste, die nach dem Krieg versenkt worden sind", sagt Baudezernent Dr. Wolfram Frieders dorff. In fünf Jahren soll das anders sein und der Ziegelinnensee das Herzstück des neuen, urbanen Stadtteils sein, den etwa 1000 Anwohner ihr neues Zuhause nennen. "Für Bootsliebhaber und Menschen, die die Wassernähe lieben", sagt Friedersdorff. Dann wird das Klappern von Ringen, das Surren von Seilen und Plätschern das Viertel erfüllen. Diese Geräusche müsse lieben, wer dort hinzieht, so der Dezernent.

Neben den etwa 300 geplanten Wohnungen im Hafenquartier werden am Ziegelinnensee in den kommenden Jahren auch etwa 100 Bootsliegeplätze entstehen, so seine Vorstellung. In der Marina, an einem Bootssteg parallel zur Kaikante mit fünf Querstegen, sollen vorrangig Schiffe von Anwohnern dümpeln. Damit würde die Stadt einen weiteren Schritt zum Wohnen am Wasser machen. Bis dahin muss noch einiges auf dem Boden gestampft und aus dem Wasser geholt werden.

Der Anfang ist gemacht: Die Wohnungen der Mehrfamilienhäuser in erster Baureihe sind fast alle verkauft. Gebäude für die zweite Reihe zwischen Hafenpromenade und Speicherstraße sind geplant. "Der Bau der Hafenpromenade geht voraussichtlich im Frühjahr 2013 los", sagt Friedersdorff. Das Fördergeld für das Zwei-Millionen-Euro-Projekt sei zugesagt. Etwa 25 Prozent der Baukosten muss die Stadt aufbringen. Die neue Hafenpromenade - mit großformatigen Pflastersteinen mit von Rasen durchwachsenen Fugen und von Hecken begleitet - soll einen harmonischen Übergang vom Ostufer des Ziegelinnensees in das Wohngebiet hinein bilden. Der alte Verladekran am Ziegelinnensee soll als Industriedenkmal stehen, "und eventuell das Zuwasserlassen von Booten ermöglichen", so Friedersdorff. Aber erst wenn die Promenade fertig ist, will die Verwaltung die Bootsstege in Angriff nehmen.

Etwa zur gleichen Zeit wie die Wohnbebauung der freien Flächen zwischen Speicher- und Güstrower Straße. "Dort herrscht noch Un einigkeit", sagt Friedersdorff. Investoren seien interessiert, aber die Verwaltung habe feste Vorstellungen: keine Einfamilienhäuser, sondern Mehrfamilienhäuser in Blockstruktur "wie in der Werderstraße. Es soll ein Übergang von der luftigen, allein stehenden ersten Reihe am Ziegelsee hin zur urbanen Struktur der Schweriner Altstadt entstehen", sagt Friedersdorff. Einen weiteren architektonischen Übergang hin zur Innenstadtbebauung entsteht auf dem alten Brauereigelände. In den Industriebauten sind Loftwohnungen geplant, dazu ein Ärztehaus und eng stehende Bauten mit Einfamilienhaus charakter.

Mit dem Ärztehaus, dem bereits bestehenden "Haus des Lernens" und dem "Speicherhotel" dürfte das Wohngebiet auch für junge Familien interessant werden. "Unsere Pläne für das Wohnviertel gehen bislang auf", sagt Frie ders dorff. Die Schlüsselcharakteristika "urban" und "hohe Qualität" seien eingehalten. Doch einige hohe Hürden müssen noch genommen werden, damit das Wohnviertel mit Marina und Badesee kein "Luftschloss" bleibt. Bevor der Bootssteg am Ostufer des Ziegelinnensees gebaut werden kann, muss zum einen eine Flora-Fauna-Habitat-Prüfung gemacht werden. Eine solche hatte allerdings schon im Frühjahr den Stegbau in der Schlossbucht ausgebremst. Zum anderen müssen die Munitionsreste aus dem Ziegelinnensee entfernt werden. Das teure Projekt kann die Landeshauptstadt nicht alleine wuppen, schon gar nicht, weil ihr der See nicht gehört. Der Ziegelinnensee ist dem Bund zugeordnet, der wiederum die Beräumung bezahlen müsste. "Wir hoffen, dass wir das bis spätestens zum Jahr 2020 erreicht haben", sagt Friedersdorff.

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