Mehr Barrierefreiheit : Schwerin baut Bushaltestellen um

Zu niedriger Bordstein, kein Pflaster, kein Blindenstreifen: Die Bushaltestelle am Lambrechtsgrund muss komplett neu gebaut werden.
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Zu niedriger Bordstein, kein Pflaster, kein Blindenstreifen: Die Bushaltestelle am Lambrechtsgrund muss komplett neu gebaut werden.

Knapp 230 000 Euro sollen in den kommenden zwei Jahren für behindertengerechte Wartebereiche investiert werden

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21. Juni 2016, 05:00 Uhr

Die Busse und Bahnen des Nahverkehrs fahren 367 Haltestellen an. Nur kann nicht jeder Fahrgast an jedem Haltepunkt problemlos ein- und aussteigen. Denn 113 Bushaltehaltestellen sind nicht behindertengerecht. Die Stadt will das Problem in den kommenden beiden Jahren angehen.

„Wir sind nach dem Personenbeförderungsgesetz verpflichtet, die Haltestellen in der Landeshauptstadt behindertengerecht herzurichten“, sagt Bernd Smerdka, Chef des Verkehrsmanagements. Das bedeutet: Die Höhe der Bordsteinkante muss so ausgelegt sein, dass Rollstuhlfahrer, Eltern mit Kinderwagen oder auch junge Menschen, die wegen eines Schadens an Krücken gehen müssen, problemlos in die Fahrzeuge kommen können. Im Pflaster der Haltestellen müssen so genannte Blindenleitsysteme verlegt sein. Das sind meist weiße Plattenstreifen mit einer rauhen Oberfläche, die von Blinden oder hochgradig sehbehinderten Menschen mit ihrem Blindenstock ertastet werden können und somit die Orientierung ermöglichen.

Betroffen sind nur die der Stadt gehörenden Bushaltestellen. Für die Straßenbahnhaltestellen dagegen ist der Nahverkehr zuständig. „Unsere 56 Haltestellen für die Straßenbahn und 20 Kombi-Haltestellen für Bahnen und Busse haben wir alle in den zurückliegenden Jahren behindertengerecht umgebaut“, sagt Nahverkehrsgeschäftsführer Norbert Klatt. „Wir würden uns freuen, wenn die Stadt auch die Bushaltepunkte entsprechend umrüstet.“ Denn insbesondere die neuen Busse könnten an einigen Haltestellen Probleme mit der ausfahrbaren Rampe für Rollstuhlfahrer bekommen, wenn die Bordsteinhöhe nicht stimmt.

Der bauliche Aufwand ist bei den 113 Haltestellen höchst unterschiedlich. Das Verkehrsmanagement hat eine Aufstellung erarbeitet, in der jede einzelne Haltestelle aufgelistet ist. „Wir müssen beispielsweise am Lambrechtsgrund eine vollkommen neue Haltestelle bauen“, sagt Bernd Smerdka. „In Mueß muss dagegen nur die Bordsteinhöhe verändert werden.“ Insgesamt sind Investitionen in Höhe von 227 000 Euro in den kommenden beiden Jahren erforderlich. „Wir bemühen uns gerade, dass die Summe in den nächsten Doppelhaushalt eingestellt wird.“ Nach Smerdkas Worten sieht es aber „ganz gut aus“, dass die Stadt die Summe bereitstellen kann.

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