Barrierefreie Landeshauptstadt : Schwerin als lebendige Stadt geehrt

Glückliche Schweriner: die Gewinner des Stiftungspreises 2012  bei der Preisübergabe in Frankfurt am Main svz
Glückliche Schweriner: die Gewinner des Stiftungspreises 2012 bei der Preisübergabe in Frankfurt am Main svz

Schwerin ist als "barrierefreie Stadt" ausgezeichnet worden. Gewürdigt wurden Projekte zur Förderung der Eigenständigkeit, Mobilität und Teilhabe von Menschen mit Handicap.

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10. September 2012, 09:08 Uhr

Schwerin | Schwerin ist von der Stiftung "Lebendige Stadt" und dem Bundesfamilienministerium als "barrierefreie Stadt" ausgezeichnet worden. Den Stiftungspreis 2012 teilen sich zwei Projekte aus der Landeshauptstadt. Gewürdigt wurde zum einen die Arbeit des Vereins "Haus der Begegnung", der zu einer wichtigen Institution der sozialen Infrastruktur Schwerins geworden ist und an der barrierefreien Gestaltung der Bundesgartenschau 2009 maßgeblich mitgewirkt hat. Die Stiftung zeichnete darüber hinaus das Schweriner Amt für Stadtentwicklung für den Beitrag "Barrierefreier Stadtteil Neu Zippendorf" aus.

Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow beglückwünschte die Preisträger und sprach dem "Haus der Begegnung" und dem Amt für Stadtentwicklung ihren Dank aus: "Dass Schwerin heute eine weitgehend barrierefreie Stadt ist, haben wir einem Bewusstseinswandel in der Stadt- und Verkehrsplanung zu verdanken. Den 22 000 Schwerinerinnen und Schwerinern mit einem Handicap die gleichberechtigte Teilhabe am Leben zu ermöglichen, ist in den vergangenen Jahren eine zentrale Zielsetzung des kommunalen Handelns geworden. Schließlich bedeutet Barrierefreiheit eigentlich für uns alle mehr Lebensqualität."

In dem europaweiten Wettbewerb hatten die Stiftung "Lebendige Stadt" und das Bundesfamilienministerium Projekte gesucht, die die Eigenständigkeit, Mobilität und Teilhabe aller Menschen am öffentlichen Leben fördern. Rund 150 Städte und Gemeinden aus dem In- und Ausland haben an dem Wettbewerb teilgenommen.

"Der Wettbewerb hat gezeigt: Trotz angespannter Haushalte ist das Engagement der Städte für mehr Barrierefreiheit groß. Besonders lobenswert sind zudem die vielen privaten Initiativen, die nicht nur die öffentlichen Kassen entlasten, sondern auch den gesellschaftlichen Zusammenhalt und die gegen seitige Hilfe fördern", erklärte Alexander Otto, Kuratoriumsvorsitzender der Stiftung "Lebendige Stadt", bei der Preisverleihung mit rund 500 Gästen in Frankfurt am Main.

Die Stiftung honorierte mit dem ersten Preis die Arbeit des Vereins "Haus der Begegnung", der seinen Sitz in der Perleberger Straße hat. Der Verein wurde 1996 mit dem Ziel gegründet, ein Zentrum mit einem breiten Angebot für soziale Beratung, Betreuung und Begleitung zu gründen. Die Angebote werden inzwischen von jährlich 25000 Bürgern der Stadt wahrgenommen. Das Ziel, die Landeshauptstadt barrierefrei zu machen, wurde 2009 auf die damalige Bundesgartenschau übertragen. Alle Menschen sollten ungehinderten Zugang zu dieser Ausstellung haben. Dazu hat der Verein die Planer und Geschäftsführung der Buga frühzeitig mit Experten zur Barrierefreiheit zusammengeführt. Im Ergebnis führte das dazu, dass die Gartenschau erstmals umfassend barrierefrei gestaltet wurde. Die vielfältigen Erfahrungen aus diesem Projekt hat der Verein anderen Städten zur Verfügung gestellt.

Mit einem weiteren Preis ehrte die Stiftung das Schweriner Amt für Stadtentwicklung. Auf Initiative der ansässigen Bewohner und Akteure sollte bei der Neuentwicklung von Neu Zippendorf darauf geachtet werden, dass der Stadtteil barrierefrei wird. Um das zu erreichen, wurde im Jahr 2000 die Arbeitsgruppe "Barrierefreiheit" gegründet. Sie bestand anfänglich aus acht Bewohnern, die auch die relevanten Verbände für Belange aller behinderten Menschen repräsentierten. Moderiert wurde die Arbeitsgruppe von Reinhard Huß, Mitarbeiter des Stadtentwicklungsamtes. Die Aufgaben der AG bestehen in der Begutachtung aller Wohn umfeldplanungen bezüglich der Barrierefreiheit, der Beseitigung von Barrieren im Stadtteil und der Erarbeitung eines Leitfadens für eine bürgerfreundliche und behindertengerechte Straßenraumgestaltung. Inzwischen ist der Leitfaden Grundlage aller Verträge mit Planungsbüros. Die Jury würdigte neben dem Einsatz der AG "Barrierefrei" und der Schweriner Stadtverwaltung auch die Tatsache, dass die barrierefreie Gestaltung des öffentlichen Raumes fester Bestandteil der Stadtentwicklung geworden ist und somit Voraussetzung für ein selbstbestimmtes Leben der Menschen vor Ort.

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