In Tansania helfen : Schwerer Start in Afrika

Ein Baby.
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Krankenschwester Maria Neugebauer ist von den Schweriner Helios Kliniken für ein Jahr in ein Krankenhaus in Tansania gewechselt

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11. Dezember 2014, 23:34 Uhr

Seit September ist die Welt von Maria Neugebauer afrikanisch. Zuvor hatte die 24-Jährige auf der Neonatalogischen Intensivstation der Schweriner Helios-Kliniken gearbeitet. Doch sie wollte gern in Afrika helfen. Ihr neues Zuhause liegt in der Millionenmetropole Daressalam in Tansania.

Nun sind ihre ersten drei Monate in der ostafrikanischen Hauptstadt um und die Kinderkrankenschwester zieht eine nüchterne Bilanz. Sie kümmert sich im Auftrag der Organisation „Arbeit und Leben Hamburg“ um Neugeborene. An die im Gegensatz zu den Schweriner Kliniken sehr spartanische Ausstattung in Tansania hat sich die 24-Jährige bereits gewöhnt. Dass jedoch die Arbeitsmoral beim Personal sehr zu wünschen übrig lässt, dass will Maria nicht hinnehmen. „Teilweise nimmt die Bequemlichkeit hier Überhand. Kaum ist die Stationsschwester außer Haus, wird die ganze Zeit mit dem Handy gespielt oder auf Betten gelegen“, berichtet sie. Komme dann die Stationsschwester, würden die Schwestern mit dem Staublappen nur so wedeln, erzählt Maria.

„Ein paar Mal habe ich schon die Ärzte gefragt, ob sich daran nicht etwas ändern lässt. Doch immer heißt es nur: You can’ t change it. That’ s Tansania!“ (Du kannst das nicht ändern, so ist Tansania.)

Jüngst war der Staatsrat der Senatskanzlei Hamburg, Wolfgang Schmidt, im Rahmen der Städtepartnerschaft in Daressalam zu Gast. Maria packte die Gelegenheit beim Schopfe und hatte ihm von den Zuständen berichtet. Auch beim Klinikchef des Anna Hospitals, in dem die junge Frau ihren freiwilligen Dienst absolviert, hat sie die Probleme offen angesprochen – besonders den sorglosen Umgang mit den Infusionen. Diese werden oft nicht fachgerecht durchgeführt. Die Kinder würden förmlich aufquellen, die kleinen Venen würden dem nicht standhalten und die Flüssigkeit ins Gewebe laufen. „Ich präsentierte ihm meine Idee von einem Infusionsplan, mit den nötigen Parametern wie beispielsweise Namen, Menge und Uhrzeiten. Ich betonte auch noch einmal, wie wichtig es ist, die tatsächliche Tropfenzahl pro Minute auszurechnen.“ Außerdem kritisierte sie die mangelhafte und auch unkorrekte Dokumentation und den groben Umgang mit den Kindern. „Das Hochheben der Kinder an den Beinen ist eine furchtbare Angewohnheit einiger Schwestern“, sagt Maria. „Für all diese Beobachtungen hat sich Klinikchef Dr. Shimwela sehr bedankt und erachtet es als sinnvoll, wenn wir jeden Monat so eine kleine Sitzung einberufen könnten“, sagt sie erleichtert. Und damit dieser Schritt auch Früchte trägt, will die deutsche Krankenschwester eine Powerpointpräsentation vorbereiten, um auch ihren Kollegen die Ideen näher zu bringen. „Das ist wenigstens ein Erfolg in kleinen Schritten“, sagt Maria Neugebauer.

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