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Zeitung für die Landeshauptstadt

24. November 2017 | 12:31 Uhr

Medewege : Schwere Vorwürfe am Gartenzaun

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

In der Anlage in Medewege ist die Stimmung zwischen Vorstand und einigen Mitgliedern sehr angespannt – es geht ums Geld

von
erstellt am 09.Mai.2015 | 16:00 Uhr

In der Kleingartenanlage in Medewege ist der Frieden gestört. Und das schon seit einigen Jahren. Denn immer wieder gibt es im Kleinod Streit zwischen dem Vorstand und einigen Gartenfreunden. Grund des Übels: Die Entlohnung der Vorstandsmitglieder. „In unserer Satzung ist klar geregelt, dass die Vorstandsmitglieder kein Geld bekommen für ihre Arbeit – es ist eine ehrenamtliche Aufgabe“, sagt Werner Schmidt. Seit mehr als 40 Jahren ist der Schweriner in der Gartensparte. „Es gab immer wieder mal Probleme, aber das jetzt schlägt dem Fass den Boden aus“, sagt Schmidt und zeigt auf einen handgeschriebenen Zettel mit vielen Zahlen. Ganz unten steht eine große Summe: 14 040 Euro. So viel habe sich der Vorstand allein innerhalb von zwei Jahren aus der Vereinskasse für seine Arbeit ausgezahlt. „Das ist ein Unding. Ich habe nichts gegen Benzingeld für Fahrten oder auch die Erstattung der Papier- und Druckerkosten. Aber das ist wirklich zu viel“, erklärt der Rentner. Selbst habe Schmidt mehrere Jahre im Vorstand gearbeitet. Gab es damals auch eine Entschädigung für ihn? Werner Schmidt muss zugeben: „Ja, die gab es. Aber damals waren es 50 Mark. Heute sind es allerdings 150 Euro“, sagt er bestimmt.

Der derzeitige Vorsitzende kennt die Diskussion und mag sie gar nicht mehr hören. „Es stimmt, dass sich die Zahlen mit den Jahren verändert haben. Doch dafür gibt es neben vielen Gründen auch noch einen Beschluss von 2009 der Mitgliederversammlung“, sagt Dietrich Kalke. Seine Arbeit sei ein „Fulltime-Job“ und es vergehe kein Tag, an dem er sich nicht um die Gartenanlage kümmern müsse. „Mit dem Gartenfreund Schmidt gibt es immer wieder Ärger. Wir haben uns auch schon vor Gericht getroffen. Er wird im nächsten Jahr auch die Anlage verlassen müssen“, erzählt Kalke. Werner Schmidt weiß das. „Aber vorher muss hier noch einiges geklärt werden“, sagt er und verweist auf unbeachtete Anträge, die er und auch andere Gartenfreunde bereits mehrfach gestellt haben. „Wir wollen Aufklärung, was passiert mit den Geldern. Die Vereinskasse wird arg gebeutelt“, so Schmidt. Der Vorsitzende dementiert das jedoch: „Sicher sind wir nicht so gut aufgestellt wie einst, doch wir haben auch mit Leerstand zu kämpfen. Das hier Gelder veruntreut oder falsch eingesetzt werden, ist nicht wahr“, versichert Kalke. Auch dieser Streit wird wohl vor Gericht landen. „Wenn es keine Aufklärung gibt, dann werde ich klagen“, kündigte Werner Schmidt an.

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