Lkw-Verbot gefordert : Schwere Autos nerven Anwohner

Huckelpiste Rogahner Straße: Lärm und Erschütterungen durch den Fahrzeugverkehr machen den Görriesern zu schaffen. Sie denken sogar über eine symbolische Sperrung nach.
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Huckelpiste Rogahner Straße: Lärm und Erschütterungen durch den Fahrzeugverkehr machen den Görriesern zu schaffen. Sie denken sogar über eine symbolische Sperrung nach.

Rogahner Straße: Görrieser unterstützen Initiative des Ortsbeirates, den Lkw-Verkehr von der maroden Fahrbahn zu holen.

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02. Mai 2015, 16:00 Uhr

Wenn es um das Thema Rogahner Straße geht, dann vertreten die Görrieser Leonore Uchnewitz, Hans Jammer-Lühr und Burkhard Arndt einen eindeutigen Standpunkt: Die Stadt sei ihrer Verpflichtung zur Straßenunterhaltung in den vergangenen Jahren nicht ausreichend nachgekommen, schreiben sie in einem Brief an unsere Zeitung. Es habe viele Versprechungen gegeben, die aber nicht eingehalten worden seien, beklagen Uchnewitz, Jammer-Lühr und Arndt.

„Der jetzige Straßenzustand ist durch den Schwerlastverkehr verursacht und ist auch nicht durch eine Geschwindigkeitsbegrenzung zu verbessern“, heißt es in dem Brief der drei Görrieser. Sie fordern eine aktuelle Verkehrszählung, „da durch den Abriss der Stadionbrücke und anderer Verkehrsführungen im Stadtgebiet der Verkehrsdruck auf die Rogahner Straße erhöht wurde“. Uchnewitz, Jammer-Lühr und Arndt stellen sich klar hinter den Antrag des Ortsbeirates, den Schwerlastverkehr aus der Rogahner Straße zu verbannen (wir berichteten). Sollte die Initiative in der Stadtvertretung kein Gehör finden, würden Bürger die Straße mit „maximal zehn Prozent“ Anliegerverkehr symbolisch sperren, so die Görrieser.

„Meiner Ansicht nach müsste die Sanierung der Rogahner Straße vorgezogen werden“, urteilt unsere Leserin Eva-Maria Tempelhahn über die Pläne der Verwaltung, die eine Erneuerung der Straße erst für 2017 in Aussicht gestellt hat. „Wenn man als Nicht-Schweriner das erste Mal diese Straße befährt, traut man seinen Augen und Ohren nicht und fragt sich, ob es eine DDR-Erinnerungsstraße sein soll.“

Sylvia Thalheim, stellvertretende Leiterin der Awo-Kita am Schulzenweg, ist in Görries aufgewachsen, kennt die Rogahner Straße noch aus Kindertagen. „Das war immer schon eine Huckelpiste“, berichtet sie. Dass die Straße endlich saniert werden soll, sei zu begrüßen, ein mögliches Lkw-Verbot ein Schritt in die richtige Richtung.

Auch Jörn-Michael Bernett vom Restaurant „See-Idyll“ an der Rogahner Straße sind die Laster ein Dorn im Auge. „Wenn man mit dem Auto vom Parkplatz auf die Straße fahren will und es kommt ein Lkw vorbei, dann wackelt der eigene Wagen, so groß ist die Erschütterung“, schildert der Gastwirt, der sich allerdings auch schon ein bisschen vor geplanten Sanierung der Rogahner Straße fürchtet. „Wie sollen die Kunden in der Bauphase zu uns kommen?“, fragt er sich.

Aber so weit ist es noch nicht. In der Stadtvertreter-Sitzung am 11. Mai soll zunächst der Antrag des Ortsbeirates beraten werden, in dem Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow aufgefordert wird, die Rogahner Straße für den Lkw-Verkehr zu sperren – um die Lärmbelästigung zu senken, aber auch um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. „Wir können nicht warten, bis die Rogahner Straße saniert wird“, sagt der Görrieser Ortsbeiratsvorsitzende, Ralf Klein.

Der Versuch, den Schwerlastverkehr aus der Rogahner Straße herauszuholen, ist übrigens nicht neu: Im Herbst vergangenen Jahres erst hatte die Aktion Stadt und Kulturschutz vorgeschlagen, auf die Komplettsanierung der Rogahner Straße zu verzichten, stattdessen die Straße vollständig in eine Tempo-30-Zone zu verwandeln und den Lkw-Verkehr umzuleiten. Der Antrag wurde abgelehnt.

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