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Spekulation um Bootshaus : Schwarzbau in der Schlossbucht?

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

An Stelle eines einst abgebrannten Bootshauses wird ein neues errichtet – „rechtmäßig, aber vielleicht zu groß“, sagt die Stadt

svz.de von
erstellt am 15.Jan.2014 | 08:00 Uhr

Da war das Erstaunen bei unserem Leser Gerhard Tel groß: Bei einem Spaziergang durch den Burggarten sah er, dass am gegenüber liegenden Ufer der Schlossbucht ein Bootshaus gebaut wird. „Nun frage ich mich: Ein Bootsanleger für Fahrgastschiffe wurde abgelehnt, wegen verschiedener Befindlichkeiten der so genannten Umweltschützer“, schreibt Gerhard Tel. „Wie ist es dann möglich, dass dieses Bootshaus gebaut werden kann?“

Tel wandte sich an das Ideen- und Beschwerdemanagement der Stadt. Die Antwort stellte ihn nicht zufrieden. Außerdem ranken sich nach Recherchen der SVZ um den Neubau am Seeufer offenbar bereits einige Gerüchte. Nach Angaben des Bauordnungsamtes geht aber alles mit rechten Dingen zu.

Die Vorbereitungen für die Bundesgartenschau liefen bereits, als das Bootshaus in der Schlossbucht abgebrannt war. „Wir hätten uns gewünscht, dass das Haus bis zur Buga wieder aufgebaut worden wäre“, sagt der Chef des Amtes für Stadtentwicklung, Günter Reinkober. „Das ist aber leider nichts geworden.“ Doch der Eigentümer stellte wenigstens eine Bauvoranfrage. Die wurde vom Bauordnungsamt auch positiv beschieden. „Wir konnten deshalb die Baugenehmigung nicht versagen“, sagt Reinkober.

Doch mit der Genehmigung ging es in der Schlossbucht noch lange nicht los. Über die Gründe will der Stadtentwickler nicht spekulieren. Er bestätigt aber: Die Baugenehmigung ist 2011 ausgelaufen. Sie wurde jedoch verlängert und ist damit weiterhin in Kraft“, tritt Günter Reinkober Gerüchten entgegen. Auch, dass die Stadt das landseitige Grundstück gekauft habe, um einen freien Blick vom Küchergarten auf das Schloss zu erhalten, sei so nicht richtig. Vielmehr gab es zur Bundesgartenschau ein größeres Grundstückskauf- und Tauschgeschäft der Stadt mit dem Land, um Gartenschauflächen zu arrondieren. So kam auch der spätere Buga-Ufergarten zur Stadt.

Und dennoch: Es gibt wohl auch Ungereimtheiten in Sachen Bootshausbau. SVZ-Leser Gerhard Tel spricht möglicherweise zu Recht von einem „überdimensionierten“ Bau. „Wir werden in den nächsten Tagen überprüfen, ob die Ausmaße des Bootshauses denen in der Baugenehmigung entsprechen“, kündigt Reinkober an. Es geht inzwischen in der Stadt das Gerücht, dass der Bau in der Schlossbucht nur hochgezogen werden kann, weil Bauherr ein „Prominenter“ sein soll. Dem widerspricht Günter Reinkober. Einen Namen will er aus Datenschutzgründen nicht nennen. Es sei ein Kleinstgewerbetreibender – bestimmt kein Prominenter.

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