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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 05:45 Uhr

Schwerin : Schwalben-Streit im Schlossgarten

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Schwalben bringen Glück, sagt man – sie bringen aber auch Kot und das sorgt derzeit für Unmut im Schweriner Landtag.

Schwalben bringen Glück, sagt man – sie bringen aber auch Kot und das sorgt derzeit für Unmut im Schweriner Landtag. Die Verwaltung hat bei der Stadt Schwerin beantragt, Netze an verschiedenen Stellen im Vorhof des Schlosses anbringen zu lassen, um die dort in großer Zahl brütenden Mehlschwalben am Nestbau zu hindern. Besucher und Mitarbeiter des Parlaments hätten sich über Vogelkot auf Fahrrädern und Dienstwagen beschwert, sagte ein Sprecher des Landtags. Die Beseitigung des Kots im Schlossvorhof koste jährlich 5000 Euro. Ulf Bähker, Naturschutzreferent beim Nabu Mecklenburg-Vorpommern, kann das Ansinnen der Landtagsverwaltung nicht nachvollziehen. „Mehlschwalben sind eine besonders geschützte Art, deren Bestand bundesweit abnimmt“, sagte er. Dem Schutz der Nester und Brutkolonien komme besondere Bedeutung zu. Jeder Bürger müsse Schwalben an seinem Haus dulden. „Ich frage mich: Was ist das Problem, dass die Mehlschwalben da sind?“ Der Landtagssprecher betonte, die Mehlschwalben sollten nicht von der Schlossinsel vergrämt werden. Vielmehr sei es das Ziel, einen Teil der Mehlschwalben-Population zurück in den Innenhof zu verlagern. Bähker ist skeptisch: „Ich weiß nicht, wie den Mehlschwalben ein Umzug nahegebracht werden soll.“ Die umweltpolitische Sprecherin der Grünen-Landtagsfraktion, Ursula Karlowski, sieht das ähnlich: „Die Mehlschwalben-Kolonie im Vorhof des Schlosses ist die zweitgrößte in Schwerin, die direkte Nähe zum Schweriner See ist für das Überleben der Tiere wichtig. Eine Umsiedlung wird nicht ohne Verluste möglich sein“, sagt sie.

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