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Zeitung für die Landeshauptstadt

11. Dezember 2017 | 14:26 Uhr

Schwerin : Schulwahl: Erste Eltern atmen auf

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Mehr Anmeldungen als Plätze in der Fritz-Reuter- und der Friedensschule – Stadt verschickt Zusagen für 121 künftige Abc-Schützen

von
erstellt am 28.Jun.2014 | 12:00 Uhr

Gute und schlechte Nachrichten aus der städtischen Schulbehörde: Im Ringen vieler Eltern, für ihre Kinder einen Schul- und Hortplatz in einer der beliebten Innenstadtschulen Fritz Reuter und Friedensschule zu bekommen, hat die Verwaltung einen Großteil erlösen können. „Wir haben für 48 künftige Erstklässler der Fritz-Reuter-Schule und für 73 an der Friedensschule jetzt die Bestätigungen verschickt“, sagt Schuldezernent Dieter Niesen auf Anfrage unserer Zeitung. Die Kehrseite der Medaille: 31 Eltern wissen immer noch nicht, wo sie in acht Wochen ihren Nachwuchs einschulen lassen können.

An der Fritz-Reuter-Schule wird es zwei neue erste Klassen geben, an der Friedensschule drei. Das Problem: Geht es nach den Anmeldelisten der Eltern, könnten es an beiden Schule jeweils eine Klasse mehr sein. Doch dafür gibt es keinen Platz. „Wir haben – für die ganze Stadt gesehen – weitgehend die Wünsche der Eltern erfüllen können“, sagt Niesen. „Doch das Recht der freien Schulwahl endet an der Aufnahmekapazität der Schule.“

Das wollen einige Eltern so nicht akzeptieren. 18 haben Widerspruch eingelegt. Sie beharren auf einer Einschulung ihres Kindes in der Reuter- oder der Friedensschule. Ein Eilverfahren vor Gericht gibt es bereits, zwei weitere sind angekündigt. Weitere 13 Eltern – zwei, die ihre Kinder in der Reuterschule, elf, die ihre Kinder in der Friedensschule angemeldet haben – haben noch gar nicht reagiert, nachdem die Schulleitungen ihnen mitgeteilt haben, dass die Anmeldung nicht berücksichtigt werden kann. Die Widerspruchsfrist der Eltern endet Donnerstag.

Und so geht es weiter: „Sehr zeitnah“, sagt Dezernent Niesen, werde jetzt in den 18 Widerspruchsfällen eine nochmalige Prüfung erfolgen. Wie schon zuvor bei der Auswahl durch die Schulleiter gibt es dafür eine Liste objektiver Auswahlkriterien. Darin enthalten sind beispielsweise die Entfernung vom Wohnort zur Schule, ob schon Geschwister die Einrichtung besuchen oder ob das Kind in einem Bereich wohnt, wo es keine staatliche Grundschule mehr gibt wie Krebsförden oder Neumühle. Gibt es keine neuen Erkenntnisse, übergibt die Stadt – wie auch bei den Eltern, die nicht reagiert haben – alles an das staatliche Schulamt. Und das verschickt dann so genannte Zuweisungen. Im Klartext: Den Eltern wird mitgeteilt, dass ihr Kind am 23. August entweder in der Grundschule Lankow oder der Astrid-Lindgren-Schule eingeschult wird. Dort gibt es Kapazität für vier bzw. drei neue erste Klassen – inklusive Hortplätze. Dagegen könnten die Eltern wiederum klagen.

Das Thema beschäftigt inzwischen auch die Politik. Die Fraktion der Unabhängigen Bürger hat eine Anfrage an die Oberbürgermeisterin gestellt. Sie möchte u.a. wissen, nach welchen Kriterien Schulplätze vergeben werden und ob tatsächlich die Entfernung von der Schule zur Wohnadresse das ausschlaggebende Kriterium sei, während andere Umstände – wie zum Beispiel die Erreichbarkeit mit öffentlichen Verkehrsmitteln – keine Rolle spielten.

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