Schwerin : Schulstart mit Provisorien

Beliebt und voll ausgelastet: Im September sollen in der Friedensschule erneut 104 Erstklässler in vier Klassen aufgenommen werden.
Beliebt und voll ausgelastet: Im September sollen in der Friedensschule erneut 104 Erstklässler in vier Klassen aufgenommen werden.

Kapazität der Grundschulen reicht nicht. Stadt prüft Doppelnutzung der Räume, Unterricht im Container und mehr Eingangsklassen

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28. Januar 2016, 08:00 Uhr

Die Kapazitätsplanung der Stadt zu den Eingangsklassen der städtischen Grundschulen für das kommende Schuljahr muss auf den Prüfstand. Das fordert der Bildungsausschuss der Stadtvertretung. „Wie schon in den Vorjahren zeichnet sich ab, dass insbesondere die Innenstadtschulen an ihre Grenzen kommen und nicht alle Elternwünsche berücksichtigt werden können. Wenn die Stadt aber weiterhin den Anspruch hat, den Eltern die Schulwahlfreiheit zu ermöglichen, dann muss dringend über Alternativen nachgedacht werden“, erklärt der SPD-Stadtvertreter Christian Masch. „Hierzu muss auch die Frage einer zusätzlichen Schule in der Innenstadt schnell beantwortet werden.“

Das fordern auch Eltern. Da ein Schulneubau für das nächste Schuljahr nicht fertig würde, sollte die Stadt ehemalige Schulgebäude unter die Lupe nehmen. „Es wird nicht überraschen, wenn mir diesbezüglich wieder die Schelfschule einfällt“, sagt beispielsweise Mandy Pfeifer, Elternvertreterin der Heinrich-Heine-Schule.

Schuldezernent Andreas Ruhl hat das Thema längst auf der Agenda, betont er. „Wir werden kurzfristig mit den Schulleitern ein Treffen organisieren, um Lösungen zu finden“, sagt Ruhl auf SVZ-Anfrage. Denn Fakt ist: Schweriner Kinder, ob hier geboren, zugezogen oder anerkannter Flüchtling, unterliegen der Schulpflicht. „Wir müssen entsprechend Kapazitäten vorhalten.“

Dabei gäbe es im Prüfprozess auch keine Tabus, betont der Dezernent. Notfalls müsse man über eine Doppelnutzung der Klassenräume nachdenken, selbst die Anmietung von Containern für den Unterricht schließt Ruhl nicht aus. „Wir werden auch prüfen müssen, weitere erste Klassen in den Schulen einzurichten, für die es jetzt schon mehr Anmeldungen als Plätze gibt.“

Das von der Verwaltung in die politische Diskussion gegebene Papier, das die Zahl der Eingangsklassen für die 722 künftigen Erstklässler vorschreibt, dürfte allerdings schon Makulatur sein. Denn selbst wenn durch Zurückstellung oder die Wahl einer privaten Schule die derzeit 790 Kinder, die am 3. September eingeschult werden, gut versorgt wären, würde das nicht reichen. In den vergangenen Jahren verzeichnete Schwerin einen Zuzug junger Familien mit schulpflichtigen Kindern. Und auch Flüchtlingskinder tauchen in der städtischen Rechnung noch nicht auf.

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