Schwerin : Schulsekretärinnen arbeiten länger

In den Sekretariaten arbeiten die guten Seelen der Schulen, die Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen sind.
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In den Sekretariaten arbeiten die guten Seelen der Schulen, die Ansprechpartner für Schüler, Lehrer und Eltern gleichermaßen sind.

Stadt passt den gestiegenen Arbeitsaufwand zeitlich an / Aufgaben werden analysiert, aufgelistet und zum Schuljahresende ausgewertet

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10. August 2016, 20:45 Uhr

Sie sind die guten Seelen in den Schulen, sie wissen alles, sind Ansprechpartner für Schüler, Eltern und Lehrer gleichermaßen und sie können immer helfen – die Schulsekretärinnen. Doch in den vergangenen Jahren ist der Umfang ihrer Arbeit stetig gestiegen. Das hat dazu geführt, dass sie oftmals viel länger arbeiten, als es ihr Vertrag vorsieht. Deshalb hatten die Stadtfraktionen von Linke und SPD bereits im April einen Vorstoß gemacht, die Arbeitszeiten der Schulsekretärinnen dem tatsächlichen Bedarf anzupassen. Das könnte, wenn nötig, bis hin zu Vollzeitstellen mit 40 Wochenarbeitsstunden führen.

Die Mehrheit der Stadtpolitik sah das damals auch so. Der Vorschlag wurde beschlossen.

Die Verwaltung hat den Auftrag ernst genommen und teilt jetzt mit: „Zum Schuljahr 2016/2017 wird die Wochenarbeitszeit der Schulsekretärinnen entsprechend der erhöhten Schülerzahlen und der zusätzlich dem Aufgabenspektrum zugeordneten Bearbeitung von Leistungen nach Bildungs- und Teilhabe-Paket, also beispielsweise Zuschüsse für Klassenfahrten und eintägigen Ausflüge, bis zu 40 Wochenstunden angepasst.“

Bei Schulen, die einen erhöhten Aufwand für Leistungen nach dem Bildungs- und
Teilhabepaket nachweisen oder bei denen gebundene Ganztagsschulangebote beziehungsweise Angebote voller Halbtagsschulen vorhanden sind, erfolgt eine pauschalisierte Aufstockung. Der im Ergebnis ermittelte Mehraufwand hinsichtlich der Personalkosten wird durch das Verwaltungskostenbudget des Bildungs- und Teilhabepaketes refinanziert. Im Klartext: Die Stadt muss nicht zusätzliche Ausgaben für die erweiterte Arbeitszeit tätigen.

Die Bemessung des zukünftigen Stellenbedarfs der jeweiligen Schulsekretariate in den Grundschulen, Regionalschulen, Gesamtschulen, Förderschulen, Gymnasien und in den Beruflichen Schulen werde laut Stadtverwaltung durch ein „analytisches Stellenbemessungsverfahren“ erfolgen. Dieses verknüpft Planungszahlen, Ist- und Sollzahlen und nötigenfalls Schätz- und Erfahrungswerte der zu erbringenden Leistungen für ein gesamtes Schuljahr.

Fakt ist: Die städtische Schulentwicklungsplanung zeigt ab dem Schuljahr 2016/2017 gravierende Veränderungen zu den Vorjahren. Dazu zählen der Anstieg der Schülerzahlen und der damit verbundene Anstieg von Klassen, aber auch beabsichtigte Schulneubauten (SVZ berichtete).

Die Stadt will daher alle relevanten Daten zusammentragen lassen: Schülerzahlen, Klassen, Spezifikum der einzelnen Schule, Leistungen innerhalb der allgemeinen Bürotätigkeit, Leistungen im Speziellen, unter anderem Beratungen und interner Service, Materialbeschaffung, Haushalts- und Kassenwesen, Statistiken, Vorbereitung von Konferenzen, Organisation von Schulausflügen und so weiter.

Vom 5. September bis zum 31. Januar sollen diese Daten an jeder Schule gesammelt werden, damit mit der Auswertung am 1. Februar 2017 begonnen werden kann. Die aufwändige Datenerfassung wird durch jede einzelne Schule im neuen Schuljahr unter Anleitung der Stadt vorgenommen. Die Ergebnisse werden dann mit Schuljahresbeginn 2017/ 2018 umgesetzt.


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