Bildung in Schwerin : Schulprobleme noch nicht gelöst

Zu wenige Räume für zu viele Schüler: An der Heinrich-Heine-Grundschule in der Amtstraße zeigen sich einige Probleme, die im kommenden Schuljahr auf die Schweriner Schulen zukommen, besonders deutlich.
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Zu wenige Räume für zu viele Schüler: An der Heinrich-Heine-Grundschule in der Amtstraße zeigen sich einige Probleme, die im kommenden Schuljahr auf die Schweriner Schulen zukommen, besonders deutlich.

Verwaltung will bis Sommer die räumlichen Schwierigkeiten lösen, die durch hohe Schülerzahlen entstehen – und setzt auf Neubau

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14. März 2016, 05:00 Uhr

Die Heinrich-Heine-Grundschule offenbart die vielen Probleme, die durch die hohen Schülerzahlen im kommenden Schuljahr entstehen. Vier erste Klassen sollen im September in der Schelfstadt eingeschult werden – zu viel für die begrenzten Räume der gerade erst sanierten Schule. In einem Schreiben an die Verwaltung listet die Schulleitung die drängendsten Probleme auf.

Beispiel Sportunterricht: Bei vier Klassen je Klassenstufe müssten zwei Klassen gleichzeitig zum Sportunterricht. Die beiden Umkleidekabinen der kleinen Halle sind aber nur für jeweils 13 Kinder ausgelegt, sprich für eine Schulklasse. Beispiel: Toiletten: Sie reichen nicht aus für die vielen Grundschüler. Beispiel Essensraum: Er ist zu klein für jeweils vier erste bis vierte Klassen. Selbst die Fluchtwege könnten im Gefahrenfall nicht ausreichen, befürchten Elternvertreter.

„Die Kapazitätserweiterung unserer Schule basiert zudem auf dem Vorhandensein des neuen Hortes. Weil aber nach wie vor noch keine Verbindlichkeit zur Entstehung des Heinehortes besteht, bekräftige ich die Forderung nach einer weiteren Grundschule als Zwischenlösung im Innenstadtbereich bis zum tatsächlichen Vorhandensein einer weiteren Innenstadtgrundschule bzw. der Innenstadthorte“, sagt Mandy Pfeifer, Elternvertreterin der Heineschule. „Auch die Kinder, die jetzt an Grundschulen lernen bzw. in den kommenden Jahren eingeschult werden, haben ein Recht auf einen optimalen Schulstart.“

Mit dieser Forderung steht die Elternvertreterin nicht allein da. Auch die SPD-Stadtfraktion bekräftigt dies. „Die Verwaltung muss jetzt schnell und unvoreingenommen die möglichen Schulstandorte prüfen. Es muss eine Zwischenlösung für die jetzigen Grundschüler geschaffen werden. Diese Kinder können nicht bis zur Errichtung einer neuen Schule warten“, sagt Stadtvertreter Dr. Rico Badenschier. „Der jüngste Beschluss zu den Aufnahmekapazitäten der Eingangsklassen war erforderlich, um vom Land genügend Lehrer zugeteilt zu bekommen. Jetzt muss die Stadt aber sicherstellen, dass auch genügend gute Schulräume zur Verfügung stehen. Ich erwarte den Mut zu unkomplizierten und praktischen Entscheidungen für unsere Kinder. Nur so wird die Stadt es schaffen, ausreichend Schulplätze ohne Abstriche bei den Nachmittags- und Hortangeboten zu gewährleisten.“

Schuldezernent Andreas Ruhl kennt die Probleme – und steuert bereits nach. „Das Zentrale Gebäudemanagement rüstet im Sanitärbereich in der Heineschule nach. Die Grundschule Lankow wird für den Hort weiter die alte Siemensschule nutzen und so Platz für Unterrichtsräume schaffen. Und das Bauordnungsamt prüft noch einmal alle Fluchtwege. Es ist selbstverständlich, dass wir alle Vorschriften einhalten werden“, erklärt Ruhl.

„Für die Essensversorgung in der Heineschule werden wir eine Lösung finden“, verspricht auch Jugendamtsleiterin Manuela Gabriel. Gemeinsam mit der Kita gGmbH werde bereits an einer Essensversorgung im Hort am Standort des alten Lyzeums gearbeitet. „Uns ist klar, dass wir noch eine Reihe von Auflagen zu erfüllen haben.“ Für den Sportunterricht an der Heineschule gibt es dagegen noch kein Patentrezept. Das müsse organisatorisch gelöst werden, sagt Ruhl. Baulich gäbe es keine Sofortlösung.

Parallel prüfe die Verwaltung, wo neue Schulen entstehen könnten. „Wir brauchen in der Innenstadt eine weitere Grundschule“, sagt Ruhl. Im Blick habe er dabei sowohl ein Areal in der Wismarschen Straße als auch ein Gelände am Ziegelsee. Klar sei auch, dass die Brinckmanschule nicht nur saniert, sondern größer gebaut werden müsse. Und auch auf dem Dreesch müsste eine größere Schule entstehen – „mit Blick auf das große Thema Inklusion müssen wir dabei perspektivisch planen“, so der Dezernent.

Mit den Neubauvorhaben erteilt Ruhl auch den Plänen der Reaktivierung alter Schulen eine Abfuhr. „Das ist immer teurer als ein Neubau.“ Das gelte auch für die alte Schelfschule. Sie müsste für viel Geld kindgerecht umgerüstet werden. Das würde aber noch nicht das Problem der nicht ausreichenden Außenflächen lösen und auch die Zukunft der jetzigen Nutzung durch die Volkshochschule wäre nicht geklärt.

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