Schwerin : Schulen: Kreativ in der Krise

Erfolgreichste Schule: Stephan Nolte (l.) und Bernd Nottebaum gratulierten Hannelore Schulze (2.v.r.) und Charlene Hawrylak von der Grundschule Lankow.
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Erfolgreichste Schule: Stephan Nolte (l.) und Bernd Nottebaum gratulierten Hannelore Schulze (2.v.r.) und Charlene Hawrylak von der Grundschule Lankow.

Lehrer in der Landeshauptstadt überbrücken mit individuellen Lösungen die Zeit der Schulschließungen / Montag starten die Abschlussklassen

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23. April 2020, 18:30 Uhr

Die Stühle stehen auf den Tischen, die Tafeln sind leer und der Schulhof ist verwaist. In der Grundschule Lankow sowie in allen anderen Schulen der Landeshauptstadt findet aktuell kein Unterricht statt. Doch lernen sollen die Schüler natürlich trotzdem etwas. Um dem Wegfall des klassischen Schulunterrichts in Zeiten der Corona-Krise etwas entgegenzusetzen, sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Und wieder einmal lautet das Stichwort der Stunde: Digitalisierung.

„Unsere Kollegen arbeiten derzeit viel mit E-Mail und Telefonkonferenzen“, sagt Schulleiterin Hannelore Schulze. So sei es bei den Kleinen der 3c mittlerweile üblich, dass die Hausaufgaben per elektronischer Post kommen. Das Packen von Paketen mit Lehrmaterialien gehöre heute ebenso zum Lehrer-Beruf wie das Versenden von Briefen mit Handreichungen für die Eltern der Schulkinder, so Schulze. Viele Lehrbuchverlage würden aktuell zudem kostenfreie Notfall-Lernpakete bereitstellen. „Die Verlage bieten vielen Eltern so eine großartige zusätzliche Möglichkeit, zuhause nicht mit leeren Händen dazustehen“, sagt die Schulleiterin. Angebote gebe es auf den Websites der Verlage.

Problematisch sei jedoch, dass eine langfristige Planung des Schulbetriebs beinahe unmöglich geworden sei. „Die Maßnahmen und Strategien müssen immer wieder schnell an die sich ständig ändernden Bedingungen angepasst werden“, sagt Schulze.

Mit Blick auf den anlaufenden Schulbetrieb für die vierten Klassen der Grundschule am Montag ist die Leiterin der Lankower Grundschule dennoch guter Dinge. Organisatorische Fragen zur Pausengestaltung, zur Aufteilung der Kinder und zu den Toiletten-Regelungen wurden bereits geklärt.

Auch am Schweriner Goethe Gymnasium starten die Vorbereitungen auf die Abiturprüfungen. „Wir machen das genau so, wie es die Vorgaben des Ministeriums verlangen“, sagt Schulleiter Reinhard Maas. Der schrittweisen Normalisierung solle nichts mehr im Wege stehen.

Ähnlich versuchen auch die Schulen in freier Trägerschaft mit digitalen Lösungen die Kinder weiter zu unterrichten. So treten auch die Lehrkräfte der Schweriner Montessori-Schule mit den Eltern und Kindern zuhause in Kontakt – via E-Mail, Telefon oder Video.

Sogar einen eigenen Podcast haben die Lehrer der Grundschule erstellt. Das Ziel: So sollen die Schüler auch stimmlich Betreuung erfahren können. „Über Stimme und Melodie den Kindern Schulaufgaben näherzubringen, ist eine tolle Idee“, lobt der Schulleiter Fred Vorfahr das Engagement seiner Lehrer.

Auch das Thema Integration und Inklusion nehme an der Montessori-Schule einen gesonderten Platz ein, wie Sprecherin Anna Karsten versichert. Im Vorfeld des Osterfestes baten beispielsweise Lehrer ihre Schüler an Pflege- und Wohneinrichtungen Briefe zu schreiben und so diejenigen zu bedenken, die es ohnehin im Alltag nicht leicht haben. Der Gedanke dahinter war so einfach wie kraftvoll in der Krise: Anderen etwas Gutes tun.

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