Bildung in Cambs : Schule Cambs: Aus Zwei mach Eins

Mehr als 180 Schüler  besuchen die fünften bis zehnten Klassen an der Regionalen Schule Cambs. Die benachbarte Grundschule mit 120 Kindern soll zum neuen Schuljahr angegliedert werden,
Mehr als 180 Schüler besuchen die fünften bis zehnten Klassen an der Regionalen Schule Cambs. Die benachbarte Grundschule mit 120 Kindern soll zum neuen Schuljahr angegliedert werden,

Kommunalpolitiker beantragen die Zusammenlegung ab dem neuen Schuljahr, um den Standort dauerhaft zu sichern

svz.de von
24. Februar 2017, 05:00 Uhr

Wenn es nach dem Willen der Bürgermeister im Schuleinzugsbereich von Cambs geht, verschmelzen die Regionale Schule und die Grundschule auf dem Mühlenberg zu einem Haus – und das schon zum neuen Schuljahr. „Es handelt sind um eine rein organisatorische Zusammenlegung, am Unterricht für die Kinder ändert sich dadurch nichts“, sagt Frank-Rainer Müller, Bürgermeister von Cambs, Lehrer an der Regionalen Schule und auch Vorsitzender des Schulausschusses. Dieses Gremium votierte am Mittwochabend einstimmig für die Zusammenlegung. Der Antrag geht jetzt an den Kreis Ludwigslust-Parchim. Der wiederum muss noch die Zustimmung des Landes einholen.

Dass die Kommunalpolitiker so aufs Tempo drücken, kommt nicht von ungefähr. Denn noch immer gibt es eine Hängepartie, ob die Regionale Schule in Cambs Bestand hat. Sie steht auf einer Liste mit mehreren Schulen im Landkreis, an denen die Mindestzahlen für die Eingangsklassen nicht ausreichen (SVZ berichtete mehrfach). Der Landkreis will alle Schulen erhalten, weil ansonsten zu lange Schulwege entstehen. Für Cambs sieht es aus einem anderen Grund gut aus: Da ist der Erhalt der Regionalen Schule ohnehin gegeben, die Schülerzahlen sind gestiegen, die Anmeldungen für Klasse 5 liegen über den gesetzlichen Mindestanforderungen.

Dennoch gehen die Kommunalpolitiker in die Offensive, votieren für die Fusion von der Grundschule mit 120 Kindern und der Regionalen Schule mit derzeit 180 Schülern. „Damit sichern wir den Schulstandort dauerhaft“, sagte Dobins Bürgermeister Rüdiger Piehl. Auch Carlo Folgmann, Gemeindevertreter aus Dobin, sieht darin einen „richtigen und richtungsweisenden Beschluss“. Müller berichtete im Schulausschluss, dass die Schulleitungen im Januar informiert wurden, die Schulkonferenzen mit Eltern- und Schülervertretern wurden am Abend zuvor, also am Dienstag, in Kenntnis gesetzt. An der Regionalen Schule sei das mit großer Zustimmung aufgenommen worden, an der Grundschule gab es Vorbehalte, so Müller. „Ich finde, dass diese Entscheidung vorschnell gefasst wurde“, sagt Marc Elshout. Der Flessenower ist ebenfalls Gemeindevertreter in Dobin. Seine Frau Jenny gehört der Schulkonferenz der Grundschule an. „Wir sind sehr zufrieden mit der Grundschule. Die könnte eigenständig bleiben. Die Regionale Schule ist nicht in Gefahr“, betont Elshout. Er hätte sich vor allem einen früheren und größeren Austausch mit und unter den Eltern gewünscht. Der konnte nicht zustande kommen, weil schon am Tag nach den Schulkonferenzen die Entscheidung fiel. Diesen Fakt musste auch Müller einräumen: „Wir haben aber alle gesetzlichen Vorgaben eingehalten.“ Die Eile in diesem Verfahren begründete er mit dem Umstand, dass das längst überfällige Votum des Landes zur Schulstruktur im Kreis immer noch nicht vorliegt und daher jetzt die Zusammenführung beider Schulen zu Beginn des nächsten Schuljahrs möglich sei.

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