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Zeitung für die Landeshauptstadt

18. August 2017 | 12:51 Uhr

Plate : Schützen auf neuem Stand

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Verein wertet mit moderner Technik Ergebnisse aus

Beim Wort „Schützen“ haben viele Menschen das Bild von bunten Kirmesbüdchen vor Augen. Mit zwei, drei Schuss werden Plastikblumen oder Kuscheltiere ergattert. Christian Hajdas, Vorsitzender der Plater Schützen, kann dann nur mit den Augen rollen: „Schießen ist eine olympische Disziplin“, betont er. Und habe mit dem Rummel-Vergnügen nichts gemeinsam. Im Land gäbe es sehr viele engagierte Sportschützen. Allein mehr als 100 sind im Plater Schützenverein organisiert. Und die freuen sich derzeit über neue Technik. Eine elektronische Auswerteanlage für den Kleinkalibermessstand wurde angeschafft. Nun können die Schützen die Ergebnisse auf einem Tablet genau ablesen. „Das ist wesentlich komfortabler und auch genauer“, so der Vereinschef. Durch den Einbau dieser Technik könnten beispielsweise Wettkämpfe oder andere Veranstaltungen reibungsloser und vor allem schneller durchgeführt werden. Lange wurde darüber geredet, dafür gespart und jetzt kam eine Unterstützung des Landes dazu. Innenminister Lorenz Caffier brachte jüngst den ersehnten Scheck: knapp 13  000 Euro. Etwas mehr als 3000 Euro kommen von der Gemeinde Plate. „Das ist nicht nur finanziell sehr hilfreich, sondern auch ein schönes Zeichen der Gemeinde. Wir sind hier willkommen“, sagt Hajdas sichtlich zufrieden.

Auch Innenminister Caffier betonte die Wichtigkeit von Schützenvereinen für Kommunen: „Sie sind Orte des Miteinanders, des Zusammenhalts und der Generationen, sie haben in vielen Gemeinden unseres Landes einen hohen Stellenwert auch als Bewahrer von Traditionen. Aber sie haben sich ebenso den modernen Gegebenheiten und Sicherheitsanforderungen zum Beispiel bei der Ausbildung angepasst.“ Aber eben nicht nur auf dem eigenen Gelände sind die Schützen aktiv, sie bereichern unter anderem das Repertoire bei Festen.

Seit der Gründung des Schützenvereins Plate 1990 verzeichne der Verein einen stetigen Zulauf an neuen Mitgliedern. Und es sei eben auch nicht mehr nur, so Hajdas, ein reiner Männersport. Viele Frauen kämen auch ohne ihre Männer. „Das jüngste Mitglied ist 12, das älteste 85 Jahre. Wir haben eine gute Mischung, freuen uns aber auch über neue Mitglieder“, sagt der Vereinsvorsitzende. Jeden Freitag gibt es ein offizielles Schießtraining. „Wir betreiben auch keinen Sport, den sich nur Besserverdiener leisten können“, schiebt er hinterher. Der Monatsbeitrag liege bei sechs Euro und es sei nicht zwingend notwendig, als Schütze auch eine eigene Waffe zu besitzen. „Manche Mitglieder kommen auch zu uns, um vorrangig die Gemeinschaft zu genießen“, sagt Hajdas.

Trotzdem halten sich Vorurteile hartnäckig: Alkohol, Amokläufer, antiquierte Traditionen. Christian Hajdas kennt diese Thesen, kann sie aber ganz klar widerlegen. „Wir sind ein vernünftiger Verein mit ganz normalen Mitgliedern. Natürlich klopfen auch Leute an die Tür, die keinen sportlichen Gedanken verfolgen“, gibt er zu. Betont aber auch: „Die kommen bei uns nicht rein. Das wollen wir nicht. Das sagen wir auch immer ganz deutlich.“

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erstellt am 19.Mai.2016 | 16:00 Uhr

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