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Zivico-Award für Rosa Burkardt : Schülerin zeigt Mut

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Präventionsprojekt des Schweriner Netzwerkes präsentiert erste Ergebnisse und verleiht den Zivico-Award

svz.de von
erstellt am 30.Jan.2014 | 23:51 Uhr

„Mut in Zivil ist oft schwieriger als Mut in Uniform“, sagte Schwerins Polizeichef Ingo Renk und lobte das besonnene Verhalten der Schülerin Rosa
Burkardt. Die Siebtklässlerin der Ecolea-Schule hatte zwei Mitschülern geholfen, die gemobbt wurden. „Rosa hat das gemacht, was sich die meisten Jugendlichen in ihrem Alter nicht trauen: Sie hat das beginnende Mobbing anderer Klassenkameraden nicht geduldet und ihre Mitschüler zur Vernunft aufgerufen“, so Silke Regenthal von der Ecolea. Dafür wurde Rosa gestern mit dem „Zivico-Award“ ausgezeichnet. Den Preis verleiht das Präventions-Netzwerk „Schwerin zeigt Gesicht“ für besondere Zivilcourage.

Innenministerium-Staatssekretär Thomas Lenz, der vor einem Jahr das gemeinsame Präventionsprojekt von Polizeiinspektion, Firma Ströer, Nahverkehr, Schlosspark-Center, „büro v.i.p.“ und Sisyphus-Verein gestartet hatte, zog in seiner Rückschau eine positive Bilanz. „Das Netzwerk funktioniert super“, sagte er, betonte aber zugleich, dass Prävention einen noch höheren Stellenwert bekommen müsse. „Es ist allemal besser, Kriminalität vorzubeugen und zu verhindern, als zu verfolgen und zu bestrafen.“

Angeschoben worden war das Präventionsprojekt „Schwerin zeigt Gesicht“ mit einer Plakataktion gegen das Wegschauen und für Engagement und Hilfsbereitschaft in der Landeshauptstadt. Im Ergebnis des Projektes entstanden drei Video-Spots, die zu Zivilcourage aufrufen. „Helfen, ohne sich selbst zu gefährden“ lautet die Aufforderung zum richtigen Verhalten in einer Bedrohungssituation.

Der Leiter der Schweriner Polizeiinspektion nutzte die gestrige Zusammenkunft der Netzwerkpartner, um in seiner Zwischenbilanz die Ergebnisse einer Fragebogenaktion unter Kindern, Jugendlichen und Erwachsenen vorzustellen, die gemeinsam mit Schülern der Ecolea durchgeführt worden war. Anders als bei einer Befragung ein Jahr zuvor war in den Antworten der rund 1500 Befragten deutlich geworden, dass die Mehrheit der Schweriner in einer für andere Menschen bedrohlichen Situation bereit wäre, zu helfen oder Hilfe zu holen die Polizei zu alarmieren und nicht einfach wegschauen würde. „Wir sind auf einem guten Weg, wenngleich noch viel zu tun bleibt“, so Renk.

Die kurzen Video-Spots, die gemeinsam mit TV Schwerin produziert wurden, thematisieren drei Aktionsfelder: „Zivilcourage – Wie lautet deine Ausrede?“, „Wegschauen gefährdet jeden“ und „Mobbing – Was machst Du?“. Sie können kostenlos ausgeliehen werden. „Wir werden dieses Angebot auf jeden Fall nutzen und die Clips in öffentlichen Räumen des Stadthauses zeigen“, sagte Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow. Sie betonte, dass schon jeder Impuls, Gesicht zu zeigen, helfen würde.

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