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Zeitung für die Landeshauptstadt

20. November 2017 | 14:47 Uhr

Zirkus Waldionelli : Schüler in der eigenen Manege

vom
Aus der Redaktion der Zeitung für die Landeshauptstadt

Zirkus Waldionelli hat sein professionelles Zelt auf der Paulshöhe aufgebaut und freut sich auf 1000 Zuschauer

svz.de von
erstellt am 19.Mai.2014 | 22:00 Uhr

Jonglieren gehört in den ersten Schuljahren an der Waldorfschule zum Unterrichtsstoff. Im so genannten rhythmischen Teil werden Koordinationsübungen groß geschrieben. Klassenlehrerin Heike Heldt lernte während ihrer Lehrerausbildung das Jonglieren und bekam Lust auf mehr. Mittlerweile kann sie ausgezeichnet Einrad fahren, sich in einen Clown verwandeln und ist sogar Zirkusdirektorin. Seit zwölf Jahren leitet sie den Schulzirkus Waldionelli, der in der Freien Waldorfschule Schwerin zu Hause ist.

Einmal die Woche trainieren 35 kleine Artisten für mehrere Stunden, einmal im Jahr geht es für eine Woche nach Dreilützow ins Zirkuslager, einmal im Jahr gibt es ein etwa einstündiges Programm vor Publikum. In der kommenden Woche lädt Waldionelli wieder ein in die Manege. Das Besondere: Es ist wirklich eine Manege, denn der Schule gehört ein echtes Zirkuszelt. Etwa 250 Zuschauer haben darin Platz.

„Viele Jahre lang sind wir unter freiem Himmel aufgetreten und dabei häufig pitsche-nass geworden“, erinnert sich Heike Heldt. Das professionelle Tournee-Zelt gehörte dem Kinderzirkus Ubuntu aus Elmshorn. Als er sich vergrößerte, konnte die Waldorfschule es übernehmen – dank gebefreudiger Sponsoren. Seitdem ist schlechtes Wetter kein Problem mehr und auch das Manegen-Feeling ein ganz anderes.

Das Programm für die Vorstellung wird jedes Jahr neu geschrieben und will mehr sein als eine Aneinanderreihung von sportlichen oder komischen Darbietungen. „Wir versuchen eine Geschichte zu erzählen, mit Poesie und Fantasie“, sagt Heike Heldt. In diesem Jahr heißt sie „Ich bin ich“ und beschreibt die Reise eines kleinen Tieres, das alles ein bisschen kann, aber nichts perfekt und deshalb offenbar nirgendwo richtig dazugehört. Das Stück fußt auf einer Erzählung der österreichischen Kinderbuchautorin Mira Lobe. Zu erleben sind neben Jonglagenummern natürlich auch Einrad, Hochrad, Kugellaufen, Akrobatik und der Zirkushund Ria.

Viele freiwillige Helfer wirken im Umfeld von Waldionelli mit. So bauten Eltern jetzt das rot-blau gestreifte Zelt auf, ehemalige Zirkuskinder arbeiten heute als Trainer mit. „Anna Witwer hat sogar eine eigene Artistengruppe an einer Förderschule gegründet und schreibt darüber ihre Jahresarbeit“, sagt die Zirkusdirektorin. Gemeinsam mit Sportlehrerin Sonja Pellach, die beim Training mithilft, freut sich auf rund 1000 Zuschauer bei den vier Vorstellungen in der nächsten Woche. Erstmals sorgt in diesem Jahr das Schulorchester der 5. und 6. Klasse für die musikalische Umrahmung.

 

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