25 Jahre Mauerfall : Schüler erinnern an Freiheitsbewegung

Plaketten für die Freiheit: Mit einem Schild im Staatlichen Museum weisen die Schüler auf die erste Montagsdemo hin.
Plaketten für die Freiheit: Mit einem Schild im Staatlichen Museum weisen die Schüler auf die erste Montagsdemo hin.

Geschichtspfad durch Schwerin: Schilder markieren historisch wichtige Orte

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01. Dezember 2014, 08:00 Uhr

Im Staatlichen Museum ist sie schon angekommen, und bald wird sie auch ihren Platz auf der Balustrade auf dem Alten Garten haben: eine Plexiglas-Plakette, die auf die erste Montagsdemonstration in Schwerin am 23. Oktober 1989 hinweist. „Mit der Plakette wollen wir an die Freiheitsbewegung vor 25 Jahren erinnern“, sagt die Lehrerin Gabriele Banner, die das Schülerprojekt „Geschichtspfad Freiheit Schwerin“ koordiniert.

Zehn Jugendliche aus vier Schulen machen aktuell bei dem Projekt mit. Vertreten sind die Werner-von-Siemens-Regionalschule in Lankow, die Berufsschule Technik, das Abendgymnasium und das Schulzentrum Stralendorf. Die Schüler beschäftigen sich nicht nur mit der Revolution in der DDR, sondern spüren insgesamt den liberalen Bewegungen im 19. und 20. Jahrhundert nach. So soll denn auch die Plakette am Museum erst der Anfang sein.

Entstanden ist das Geschichtsprojekt vor gut einem Jahr – nachdem die Stadtvertretung beschlossen hatte, auf dem Platz der Freiheit ein Denkmal zu schaffen. „Schüler sollten Vorschläge für einen Gedenkstein machen“, berichtet Banner, die auch Demokratiebeauftragte beim Schulamt ist. Die Blickrichtung des Projektes „Geschichtspfad Freiheit Schwerin“ sei aber mittlerweile weiter gefasst: Es gehe um eine zeitgemäße Form der Erinnerung – nicht über ein großes Denkmal, sondern über viele kleine Denkanstöße.

Und die Schüler ziehen bei dem Projekt mit: „Sich mit der Geschichte zu beschäftigen, ist einfach spannend“, sagt der 16-jährige Erik Matthes von der Beruflichen Schule Technik. Auch Annemarie Borck, Gymnasiastin aus Stralendorf, ist begeistert: Beim Thema Freiheitsbewegungen gäbe es ganz viele unterschiedliche Aspekte, so die 17-Jährige. Die Jugendlichen haben auch schon Ideen für die nächsten Plaketten-Orte: Am Paulskirchen-Keller, dem ehemaligen Treffpunkt des Neuen Forums, und am Haus von Georg Adolf Demmler sollen Erinnerungsschilder angebracht werden, die auf weitere Informationen im Internet verweisen.

Wissenschaftlich begleitet wird das Projekt unter anderem von Stadtarchivar Dr. Bernd Kasten. „Die Schüler sind engagiert bei der Sache“, lobt er. An diesem Mittwoch trifft sich die Gruppe wieder um 15 Uhr im Fridericianum.

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