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Zeitung für die Landeshauptstadt

21. November 2017 | 03:57 Uhr

Schrille Töne

vom

svz.de von
erstellt am 08.Okt.2007 | 07:13 Uhr

Erst schlagen die Ärzte Alarm, jetzt sind die Krankenhausbetreiber an der Reihe. Sicher gehört Poltern zum Geschäft. Doch die Warnungen vor Medizinermangel, Versorgungsnotstand und Kliniksterben kommen recht schrill daher. Die Tonlage erinnert an die gegenseitigen Vorwürfe von Ärzteschaft und Politik, die die Verhandlungen über die Gesundheitsreform begleitet hatten. Die Kliniklandschaft befindet sich bereits seit längerem in einem tiefen Strukturwandel. Rotstift-Runden, Rationalisierung und zunehmender Wettbewerb zeigen verstärkt Wirkung. Doch
müssen sich viele Kliniken auch darauf einstellen, in diesem Jahr und darüber hinaus weiter rote Zahlen zu schreiben.

Die Gründe dafür, alleine auf die Politik zu schieben und nach einer Streichung des Sanierungsbeitrags der Krankenhäuser zu verlangen, wäre sicherlich wohlfeil. Sind es doch mitunter gerade die hausgemachten Probleme, die eine Klinik nicht aus der Krise kommen lassen. Deshalb gilt es, die Kostenstrukturen besser unter die Lupe zu halten und, wo nötig, eindeutig Prioritäten zu setzen. Der Ruf nach gesetzlichen Neujustierungen sollte jedenfalls immer erst der zweite Schritt sein. Die Reaktion des Bundesgesundheitsministeriums auf den neuen Krankenhausreport und der Vorwurf der Panikmache deuten allerdings nicht darauf hin, dass bald wieder zu einer gemeinsamen Gesprächsebene mit Klinkbetreibern und Ärzteverbänden gefunden werden kann.

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