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Schweriner Staatstheater fehlen erneut drei Millionen : Schon wieder: Theater droht Insolvenz

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In der Landeshauptstadt wird erneut über eine drohende Insolvenz des Mecklenburgischen Staatstheater diskutiert. Hintergrund ist ein Drei-Millionen-Euro-Loch im Etat des Hauses für das kommende Jahr.

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erstellt am 25.Jul.2013 | 06:57 Uhr

Schwerin | Oberbürgermeisterin Angelika Gramkow setzt die Stadtvertreter wegen des neuen Theaterkonzeptes unter Termindruck. Noch für August will sie dazu eine Sondersitzung der Stadtvertretung beantragen. Dann sollen die Abgeordneten der Oberbürgermeisterin wenig stens das Mandat für Verhandlungen mit dem Land über die Zukunft des Staatstheaters erteilen. Der Termin für die erste reguläre Sitzung nach der Sommerpause am 2. September wäre dafür zu spät, heißt es.

Das Problem: Im Etat des Staatstheaters für das nächste Jahr klafft eine Lücke von mindestens drei Millionen Euro. Wie die geschlossen werden kann, ist derzeit noch völlig offen. Damit kann der Wirtschaftsprüfer, der die Jahresrechnung 2012 prüfen muss, aber keine "positive Prognose für die Weiterführung des Betriebes" geben. Die Folge: Es droht erneut die Insolvenz. Um die abzuwenden, will Angelika Gramkow sehr schnell mit dem Land über die zukünftige Finanzierung des Staatstheaters verhandeln. Sie hofft, dann die Drei-Millionen-Lücke schließen zu können.

Bisher liegen noch keine konkreten Zahlen auf dem Tisch. Aufsichtsratsvorsitzender Stephan Nolte sagte, dass ihm die Ergebnisse der Verhandlungen mit dem Landkreis Ludwigslust-Parchim zu einer Beteiligung am Schweriner Theater noch nicht bekannt seien. Er konnte auch nicht sagen, was aus Gesprächen mit den Gewerkschaften zu Haustarifverträgen herausgekommen ist. "Ich gehe davon aus, dass der Aufsichtsrat auf seiner Sitzung am Montag genauer unterrichtet wird", so Nolte.

Die Fraktionen der Stadtvertretung wissen noch nicht, wie sie mit dem Thema umgehen sollen. "Die meisten Fraktionsmitglieder wissen noch gar nichts von einer Sondersitzung", bekennt Linken-Chef Gerd Böttger. "Und die, die es wissen, fühlen sich erneut unter Druck gesetzt." Böttger will zunächst erst einmal Details wissen, wie es mit dem Theater weiter gehen kann. "Ich hoffe, dass das Land endlich aus den Puschen kommt und eine Lösung anbietet." Ziel sei es, das Staatstheater in seiner jetzigen Form weiterzuführen. "Wenn vom Land nichts kommt, greift das Konzept, das die Stadtvertreter bereits beschlossen haben - mit Entlassungen und Spartenschließungen." Gerd Böttger geht davon aus, dass es eine Sondersitzung seiner Fraktion geben muss, damit die sich eine Meinung bilden kann, bevor dann in der Stadtvertretung diskutiert wird.

Wie die Meinungsbildung organisiert werden kann, ist in der jetzigen Urlaubszeit auch ein Problem für die SPD-Bündnis 90/Die Grünen-Fraktion. "Bei der Eile, zu der die Oberbürgermeisterin antreibt, wird die Sondersitzung doch wieder suboptimal vorbereitet", so Fraktionsgeschäftsführer Thomas Zischke. "Wir hoffen, dass es trotzdem ein positives Ergebnis gibt, das von allen Fraktionen getragen wird." Er kritisiert die immer wieder kehrenden Insolvenzdrohungen. "Das geht jedes Mal nach dem Weihnachtslied ,Alle Jahre wieder. Das ist zutiefst provinziell."

Die Oberbürgermeisterin wird am 5. August aus dem Urlaub zurück sein. Erst danach kann es die Sondersitzung der Stadtvertretung geben. Einen genauen Termin wollte das Büro des Stadtpräsidenten noch nicht nennen. Fakt ist, dass es zeitlich eng wird. Denn eigentlich sollte schon bis Ende August der Wirtschaftsplan des Theaters für das kommende Jahr vorliegen. Bis dahin muss klar sein, wie die Finanzen des Staatstheaters aussehen werden.

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