Streit in Schwerin : Schon wieder Ärger am Obotritenring

<strong>Vor der Berufsschule gibt es nur noch drei Fahrspuren</strong> - die Politik wettert dagegen, die Anwohner sprechen von einem 'Problemfall'. <foto>Reinhard Klawitter</foto>
Vor der Berufsschule gibt es nur noch drei Fahrspuren - die Politik wettert dagegen, die Anwohner sprechen von einem "Problemfall". Reinhard Klawitter

Der Umbau des Obotritenrings zur Tempo-30-Strecke sorgt für Ärger. Die Stadtvertretung hatte beschlossen, dass die Hauptstraße wegen des hohen Verkehrsaufkommens vierspurig bleiben muss. Nun kommt alles anders.

svz.de von
29. Juni 2012, 10:21 Uhr

Schwerin | Die Vorbereitungen für die Einführung von Tempo 30 auf dem Obotritenring laufen auf Hochtouren - und sorgen für Ärger. Denn zwischen der Einmündung der Robert-Beltz-Straße und der Kreuzung mit der Lübecker Straße gibt es keine vier Spuren mehr. Genau das aber hatte die Stadtvertretung gefordert. "Das ist eine grobe Missachtung der Stadtvertretung", sagt CDU/FDP-Fraktionschef Sebastian Ehlers. Ähnliche Töne kommen von der SPD. "Der Beschluss der Stadtvertretung ist umzusetzen", so Fraktionsgeschäftsführer Thomas Zischke.

Baudezernent Wolfram Friedersdorff ist sich keiner Schuld bewusst. "Ich halte mich an den Beschluss. Der fordert ja auch, dass Parkplätze geschaffen werden." Die vor der Schule jetzt auf der Fahrbahn eingerichtet wurden - wodurch kein Platz mehr für vier Spuren ist. Genau das können auch die An wohner nicht verstehen. "Ein bisher funktionierender Straßenabschnitt des Obotritenrings wurde aus unserer Sicht zum Problemfall", heißt es in einer E-Mail an diese Zeitung.

Für die Bürger nicht zu verstehen: die Einspurigkeit in jede Fahrtrichtung. Der fließende Verkehr müsse dadurch "nun warten, bis Nahverkehr, Müllabfuhr, Paketdienst und andere haltende Fahrzeuge weiterfahren". Friedersdorff dagegen hält die jetzigen Fahrbahnmarkierungen und die daraus resultierende Einspurigkeit für einen wesentlichen Beitra g zur Verkehrssicherheit. "Gerade in Richtung Bürgermeister-Bade-Platz könnte es auf Höhe der Schule sonst gefährliche Situationen geben." Dass dazu die neuen Parkplätze wesentlich beitragen, will Friedersdorff nicht gelten lassen. "Ich wollte die Autos aus dem Grünbereich heraus haben", begründet der Baudezernent die neue Anordnung. Die Fahrzeuge standen vorher zwischen den Bäumen auf dem Trottoir. "Außerdem hatten wir ja den Auftrag der Stadtvertretung, zu prüfen, wo Parkplätze eingerichtet werden können. Genau das haben wir getan." Die Parkplätze waren für SPD und CDU jedoch von nachrangiger Bedeutung. "In erster Linie geht es um den fließenden Verkehr", so Zischke. "Und der verlangt vier Fahrspuren."

Auch der Fahrradstreifen, der nun nur noch auf der westlichen Straßenseite vorhanden ist, sorgt für Kopfschütteln. "Anscheinend lernt man nicht aus anderen konfliktreichen Verkehrsführungen wie z.B. in der Wismarschen Straße...", so die Anwohner. Gerade für die Radfahrer wird aber auch in der Verwaltung noch nach der besten Lösung gesucht. Auf jeden Fall sollen sie zu mindestens in der zweijährigen Tempo-30-Probephase die Fußgängerampel nutzen, wenn sie vom Obotritenring in die Gerhart-Hauptmann-Straße wollen. "Wir werden hier noch eine Radfahrerampel installieren", kündigt Frieder s dorff an.

Für eine Posse halten die Anwohner auch die neue Bushaltestelle vor der Schule. Die Plattform ist so dicht an die Bordsteinkante gebaut worden, dass das Regenwasser nicht ablaufen kann. Ein Umstand, den die Stadtverwaltung noch gar nicht kannte.

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