Dorfleben : Schönes Pinnow auf Landesbühne

Pinnow hat in den nächsten Jahre viel vor: Die Landesjury schaut auf die Pläne für den Anbau am Gemeindehaus, die Erweiterung der Kita, einen Sagenpfad... Fotos: Werner Mett
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Pinnow hat in den nächsten Jahre viel vor: Die Landesjury schaut auf die Pläne für den Anbau am Gemeindehaus, die Erweiterung der Kita, einen Sagenpfad... Fotos: Werner Mett

Finalrunde beim Landeswettbewerb der Dörfer gestern gestartet – neun Bewerber im Titelrennen

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14. September 2015, 23:00 Uhr

Im Landesfinale der schönsten Dörfer von MV will Pinnow mit seinem Wasserreichtum punkten. Schließlich gibt es die eiszeitlichen Seen auf der einen Seite des Dorfes, die ausgebaggerten Kiesseen auf der anderen und Trinkwasser in großen Mengen in der Tiefe. Doch gestern kam noch reichlich Wasser von oben hinzu: Ausgerechnet als sich die zehnköpfige Landesjury auf den Dorfrundgang begeben sollte, schüttete es wie aus Eimern. „Das ist gut für unsere Bauern“, sagt Bürgermeister Andreas Zapf. „Die mussten lange auf den Regen warten.“

Zudem wissen die Pinnower, dass sie nicht nur bei Sonnenschein viel zu bieten haben. Gerade erst hat die Gemeindevertretung das Leitbild für Pinnow beschlossen, das in den zurückliegenden drei Jahren gemeinsam mit den Bürgern erstellt wurde. Ausbau der Kita in Dorf und der Grundschule in Sukow – weil beide aus den Nähten platzen. Seniorengerechte Gestaltung des Dorfes, so dass im Alter keiner dem Heimatort verlassen muss. Bauplätze für junge Familien schaffen. Unterstützung von Vereinen, die gemeinsam das Dorfleben gestalten: In Pinnow sind das mehr als Schlagworte, wie die Jury bei der Präsentation von schon umgesetzten Projekten und angeschobenen Vorhaben sehen konnte. „Das Leitbild haben wir nicht für den Wettbewerb gemacht, sondern als Richtlinie für die künftigen Gemeindevertreter und die Vereine im Dorf“, betont Zapf. Denn nur Projekte, die sich ins Leitbild einfügen, können in Zukunft mit Geld aus der Gemeindekasse und aus Fördertöpfen rechnen.

Immerhin hilft der Wettbewerb schon jetzt der Kommune. Denn als Finalist auf Landesebene erhält Pinnow schon mal 30 000 Euro Fördergeld für ein Projekt. Wofür konkret das eingesetzt werden soll, das will die Gemeinde erst entscheiden, „wenn das Geld wirklich auf dem Konto ist“, betont Zapf.

Für den Bürgermeister ist das Erreichen des Landesfinales schon ein toller Erfolg und ein weiterer Höhepunkt im Jahr des 750-jährigen Bestehens des Dorfes. „Gerechnet hatten wir damit aber nicht“, räumt Zapf ein. Die Pinnower mussten sogar regelrecht gebeten werden, sich doch dem Wettbewerb zu stellen. Im zweiten Anlauf schafften sie es jetzt ins Landesfinale.

Die Juroren zeigten sich durchaus angetan, was ihnen präsentiert wurde. „Aber auch die anderen acht Gemeinden haben starke Bewerbungsunterlagen eingereicht“, betont Cheforganisatorin Ulrike Defahl aus dem Landwirtschaftsministerium.

Nach dem Auftakt gestern in Pinnow besucht die Jury nun immer zwei Gemeinden pro Tag. Witzin und Balow, die beiden anderen Kreissieger aus Ludwigslust-Parchim, sind heute an der Reihe. Landwirtschaftsminister Till Backhaus sieht alle neun Gemeinde schon als Sieger, aber der Schirmherr hätte sich doch eine stärkere Beteiligung gewünscht. Vor neun Jahren waren nämlich dreimal so viele Gemeinden aus MV beim Wettbewerb der Dörfer angetreten. Doch am Montag wird der neue Landessieger gekürt. Und der tritt auf Bundesebene an. Ob es dort wieder Gold für MV gibt, wird Anfang des Jahres auf der Grünen Woche in Berlin verkündet.

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