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Genoveva Rieger betreibt Hutsalon in Schwerin : Schöner Schutz aus Samt oder Seide

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Hut an Hut ziert den kleinen Laden im Schweriner Großen Moor - mal schwarz, mal grau, mal rot, mal gelb. Es gibt keine Farbe und keine Form, die Genoveva Rieger nicht verwendet. Auch die Stoffe sind unendlich wichtig.

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erstellt am 24.Feb.2012 | 10:47 Uhr

Altstadt | "Zu jedem Topf passt ein Deckel." Doch es dauert, da ist sich Modistin Genoveva Rieger aus Schwerin sicher. "Mit der passenden Kopfbedeckung ist es wie mit der Männersuche. Das braucht Zeit", sagt die langjährige Putzmacherin. Danach muss sie lachen. Genauso wie ihre Tochter, Marie-Antoinette, die ihr im Geschäft gegenüber sitzt. Seit dreieinhalb Jahren arbeiten Mutter und Tochter eng zusammen. Das klappt gut, sind beide überzeugt. "Wir kennen uns so gut, dass wir bereits wissen, wenn einer nicht so gut drauf ist. Dann lassen wir uns in Ruhe", so die 31-jährige Tochter.

Hut an Hut ziert den kleinen Laden im Großen Moor - mal schwarz, mal grau, mal rot, mal gelb. Es gibt keine Farbe und keine Form eines Hutes, die Genoveva Rieger nicht verwendet. Auch die Stoffe sind unendlich wichtig. "Ich arbeite mit allen Materialien gern. Da gibt es keinen Unterschied", erklärt die Meisterin. Die gelernte Hutmacherin arbeitet geschickt und flink. Sicher nimmt sie ein Stück Filz in die Hand und in wenigen Minuten wird aus dem schwarzen Material eine Blume. Nur noch eine Sicherheitsnadel durchschieben und das kleine Accessoire verschönert jedes Kleidungsstück - aber vor allem den Hut oder die Mütze. "Seit 1985 bin ich selbstständig und habe immer meinen Laden hier im Großen Moor gehabt. Die Schweriner kennen mich", erzählt Genoveva Rieger. Doch ihre Kunden kommen nicht nur aus Schwerin, sondern auch von weit her, einige sogar aus Japan. "Wir haben aber auch viele Urlauber aus Amerika, die sich bei uns umschauen."

Die Schwerinerin hat Spaß an ihrer Arbeit, das kann jeder erkennen, der sie dabei beobachtet, wie sie zu Werke geht. Auch ihre Tochter lässt sich nicht ablenken. Doch die Aufgaben gehen auf die Finger, denn die Frauen arbeiten vor allem mit der Hand. "Wir haben hier einen Fuhrpark von sechs sehr guten Nähmaschinen. Doch vor allem arbeiten wir von Hand."

Hüte sind ihre Leidenschaft. Sich etwas Schönes selbst zu nähen, aber auch anderen eine Freude damit zu bereiten - das ist es, was Genoveva Rieger an ihrem Beruf so liebt. "Mein Handwerk ist kreativ. Und wir machen nur Einzelstücke. Jede Kopfbedeckung, jede Mütze, jeder Hut sieht anders aus." Bei Festivitäten in und um Schwerin ist der Hutsalon Rieger immer gefragt. "Jetzt hatten wir gerade den Theaterball, da sind wir dann immer voll mit Aufträgen. Und wenn das Reitturnier in Bad Doberan wieder stattfindet, dann erst recht."

Für Genoveva Rieger sind Hüte unverzichtbar. Wenn die 56-Jährige das Haus verlässt, dann nicht ohne Hut. "Hüte sind nicht nur Schutz, sondern auch Putz." Noch eine Kleinigkeit hat die Modistin entdeckt: "Die Frauen gehen gerader, wenn sie einen Hut oder eine Mütze tragen."

Modisch gesehen ist die Kopfbedeckung das letzte A ccessoire, das noch fehlt, wenn Frau sich hübsch macht.

Ideen sammelt Genoveva Rieger überall: draußen beim Spazierengehen, auf Messen, im Fernsehen, oder sie sind einfach in ihrem Kopf. "Der Hut wird aber erst beim Arbeitsprozess so richtig fertig. Am Anfang bin ich mir noch nicht ganz sicher, was daraus werden soll", erklärt die Hutmacherin. Doch mit jedem weiteren Arbeitsschritt kommt sie einem weiteren Unikat näher. Das ist es, was ihre Arbeit so spannend, kreativ und abwechslungsreich macht. Demnächst wird wieder geheiratet und auch dafür hat die Schwerinerin sicherlich schon einige Ideen in ihrem Kopf.

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