Crivitzer Nachwuchs : Schnupperstunde mal sechs

Die vier Viertklässler  hatten Spaß dabei, den künftigen Erstklässlern zu helfen.
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Die vier Viertklässler hatten Spaß dabei, den künftigen Erstklässlern zu helfen.

Crivitzer Grundschule bereitet künftige Abc-Schützen intensiv auf Wechsel vor: Viertklässler heißen ihre Nachfolger willkommen

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14. Juni 2016, 16:00 Uhr

Auf Jonah, Julie, Clara-Charline und Carlos hören die künftige Erstklässler: „An dem Rand musst du ein bisschen nachschneiden.“ „Zähle bitte noch einmal nach, ob das stimmt.“ „Wie wäre es jetzt mit einer anderen Farbe?“ Die Viertklässler geben ihren „Nachfolgern“ Hinweise, wie sie die Aufgaben in den sechs Schnupperstunden an der Crivitzer Grundschule bewältigen können. Klassenlehrerin Ute Lange hat einige ihrer „Großen“ mitgenommen, damit die „Kleinen“ Unterstützung bekommen. „Wir wollen, dass die Neuen hier einen guten Start haben“, betont Jonah. Den werden die Viertklässler nicht mehr mitbekommen, denn sie wechseln die Schule. „Aber auch wir wurden herzlich empfangen“, fügt Clara-Charline an. Die Viertklässler können sich noch gut an den eigenen Schulstart erinnern – an die große Aufregung, an die vielen Fragen. „Wir waren genauso“, sagt Carlos.

Der Übergang vom Kindergarten in die Grundschule ist immer ein tiefer Einschnitt. Das betont Silke Darnstädt. Die Leiterin der Crivitzer Grundschule machte sich daher Gedanken, wie den Kindern dieser Übergang leichter gemacht werden kann. Gemeinsam mit ihren Kolleginnen und den Kindergärtnerinnen stimmte sie sich ab und baute das Angebot der Schnupperstunden aus: Statt einer für die künftigen Erstklässler gibt es jetzt in Crivitz dreimal zwei Unterrichtsstunden. Und das für jede der drei künftigen ersten Klassen. Immer mit der jeweiligen Lehrerin. Da wird gesungen, gerechnet, gebastelt.

„Mir gefällt das rechnen. Ich kann auch schon bis 50 zählen“, erzählt Loki. Clemens übt zu Hause sogar schon das Schreiben. Er hatte daher kein Problem, seinen Namen auf das erste Blatt des Vorschulbuches zu schreiben.

So eine Vorschulbuch hat jedes Kind aus Übungsblättern erstellt. „Daran können und sollen die Kinder zu Hause weiter arbeiten“, berichtet Ute Lange. In der ersten Schulwoche dient es als Unterrichtsmaterial. „Ich werde Emma ein bisschen helfen“, verrät Annika Mraz aus Wessin. Die Mutter holte ihre Tochter nach den gestrigen Schnupperstunden ab. „Ich finde diese Vorbereitung echt gut. Die Kinder lernen ihre künftigen Klassenkameraden und die Lehrerin so schon kennen.“ So wie Annika Mraz unterstützen weitere Eltern die Aktion. Denn die Kleinen müssen zum Schnupperunterricht gebracht und wieder abgeholt werden. Auch die Kindergärten, der Crivitzer Hort und die Demener Feuerwehr helfen dabei.

Wichtig ist Silke Darnstädt zudem die programmatische Zusammenarbeit mit den Erzieherinnen der Kitas. „Wir haben viel miteinander geredet, damit die Kinder für uns keine Fremden mehr sind.“ Die ausgebauten Schnupperstunden sollen so zum Bestandteil der Schulprogramms werden.

Silke Darnstädt will auch beim nächsten Schulübergang helfen. „Der Wechsel von der Grund- zur Regionalschule ist ein ebenso großer Schritt“, betont sie. Doch das ist ein Zukunftsprojekt. Jonah, Julie, Clara-Charline und Carlos müssen ihren anstehenden Schulwechsel noch allein meistern.

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