Schweriner Häuser zum Verkauf : Schnäppchen-Gemäuer im Angebot

Zum Bahnhof 5 bis 7: Das vernachlässigte Haus wurde zur Buga fantasievoll bemalt. Das half aber nichts, denn die Immobilie sucht immer noch einen neuen Eigentümer.
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Zum Bahnhof 5 bis 7: Das vernachlässigte Haus wurde zur Buga fantasievoll bemalt. Das half aber nichts, denn die Immobilie sucht immer noch einen neuen Eigentümer.

Ladenhüter in der Innenstadt: Die Landeshauptstadt sucht für mehrere vernachlässigte Gebäude bereits seit Jahren neue Besitzer.

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17. Februar 2014, 12:00 Uhr

In besten Schweriner Innenstadtlagen stehen mehrere besitzerlose Gebäude, die einfach niemand haben möchte. Die Stadtverwaltung versucht diese Immobilien seit Jahren an den Mann oder die Frau zu bringen. Die Sorgenkinder sinken immer weiter im Preis, sind aber deshalb noch lange keine Schnäppchen, denn Käufer müssen ordentlich investieren, um sie vor dem Verfall zu retten. SVZ wirft einen Blick auf die langjährigen Ladenhüter der City, die teilweise schon einen neuen Eigentümer gefunden haben und bald saniert werden könnten.

Zu den größten Sorgenkindern der Stadt gehört der Wohnkomplex in der Straße Zum Bahnhof 5 bis 7. „Der Verkauf brennt uns auf den Nägeln“, sagt Stefan Schlick, stellvertretender Leiter des städtischen Liegenschaftsamtes. Dabei könne man getrost von Schandflecken sprechen. Das Gebäude ist durch seine bunte Bemalung bekannt, die zur Buga angebracht worden war. Inzwischen gäbe es auch einen Interessenten, selbst der Beschluss für den Verkauf ist schon durch, aber der potenzielle Käufer zögert. „Wir werden wohl erneut ausschreiben müssen“, so Stefan Schlick.

Ähnlich und etwas schwieriger steht es um die Röntgenstraße 22, „weil sie sich nicht zum Wohnen eignet wegen des Veranstaltungszentrums ,Speicher’ als direktem Nachbarn“, so der Experte. Das Haus sei eigentlich nur als Bürostandort geeignet. Aber Stefan Schlick denkt an dieser Stelle positiv: „Wir werden dort einen Abnehmer finden, zumal sich das Umfeld in den vergangenen Jahren sehr positiv entwickelt hat und die Attraktivität durch die Sanierung der Schelfstraße abermals erhöht wird.“

Erst seit einigen Monaten steht die ehemalige Bibliothek in der Wismarschen Straße leer. Dort sei die Stadt mit einigen Interessenten in Kontakt, sagt Stefan Schlick. „Aber um dort ein schlüssiges und tragfähiges Nutzungskonzept auf die Beine zu stellen, braucht es noch ein wenig Zeit. Ich bin derzeit zuversichtlich, dass wir im Laufe des Jahres an der Stelle weiterkommen. Das Objekt ist so bedeutend, dass es keine Schnellschüsse geben darf.“

Städtische Gebäude werden fast immer saniert, „da wir unsere Verkäufe mit einer Investitions- und Sanierungsverpflichtung verbinden“. Das heißt: Wer kauft, muss auch sanieren. An der schlechten Bausubstanz liege es zumindest nicht, dass die Gebäude zu Ladenhütern wurden.

Deshalb könnten einige Gebäude in der Innenstadt demnächst von Gerüsten verdeckt werden. Die Werderstraße 66/68 baut die Stadt in Eigenregie aus und um. Dort soll der Hort der Heinrich-Heine-Schule einziehen. Für das Fachwerkhaus in der Amtstraße 21/23 gibt es eine Menge Interessenten. Dort sieht Stefan Schlick keine Probleme. Die
Martinstraße 6 ist inzwischen vom Markt weg und wird bald saniert. Nur das ehemalige Polizeigebäude in der Amtstraße sucht weiterhin einen Besitzer.

In den vergangenen Jahren hatte die Stadt bereits mehrere „Sorgenkinder“ in gute Hände abgegeben, die mittlerweile saniert wurden: Der Große Moor 2 bis 6 zählt inzwischen zu den besten Adressen in der Innenstadt. Dort entstanden mehrere Wohnungen. Im Erdgeschoss eröffnen demnächst unter anderem ein Café und ein Blumengeschäft. Auch die Schlossstraße 12 gehört nicht mehr zu den toten Ecken der City. Dort lädt ein gemütliches Antiquitäten-Café zum Verweilen ein und mehrere Wohnungen entstanden – genauso wie in der Friedrichstraße 22. Die Werderklinik befindet sich mittlerweile mitten in der Umbau- und Sanierungsphase.

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