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Zeitung für die Landeshauptstadt

23. November 2017 | 18:02 Uhr

Schwerin : Schmiedestraße trotzt Konkurrenz

vom

Bei Sommerwetter bummeln viele Urlauber und Schweriner durch die Schmiedestraße. "Schwerin hat wirklich einen guten Ruf, aber irgendwie fehlt der Stadt das gewisse Etwas", findet Ladenbesitzer Olaf Rabe.

svz.de von
erstellt am 03.Aug.2012 | 11:22 Uhr

Altstadt | Bei Sommerwetter erhellt ein Lächeln das Gesicht von Olaf Rabe. Dann bummeln viele Urlauber und Schweriner durch die Schmiedestraße - vor allem jetzt während der Ferien. "Schwerin hat wirklich einen guten Ruf, aber irgendwie fehlt der Stadt das gewisse Etwas", sagt er hinter der Theke der Mecklenburger Käsemeile. Würzige Spezialitäten aus vielen Ländern türmen sich in seiner Glasvitrine auf. "Die Kaufkraft fehlt", sagt er. Bei warmem Wetter ist sein Moskauer Eis gefragt. Die Geschäfte könnten besser laufen, pflegt er dennoch zu sagen, und meint damit die Konkurrenz der nahe liegenden Lebensmittelgeschäfte in der Mecklenburgstraße, dem Schlosspark-Center und der Marienplatz-Galerie. Auch Edeka schräg gegenüber hat seine Käsetheke gut gefüllt.

Gut bestückt ist auch der Laden von Katrin Dulisch. Sie verkauft gemeinsam mit ihrer Geschäftspartnerin Jana Splitt "Strümpfe zum Leben". Klassisches, Grelles und die Strumpfhose für den Mann "mit Eingriff" finden Kunden bei ihr. Das Strumpfgeschäft gibt es seit 35 Jahren, seit fünf Jahren geführt von den beiden Frauen. "Der Laden wirft für uns beide genug ab", sagt Katrin Dulisch. Sie sei zufrieden und irgendwie mache sie doch genau das, was ihr Spaß macht, mehr wolle sie nicht.

Auch Augenoptiker Michael Witzel macht sein Beruf Spaß, aber bis dahin war es ein weiter Weg. Er sattelte vom Lichttechniker auf Augenoptik um. Heute führt er "Brillen Witzel" bereits in der vierten Generation. Sein Urgroßvater war im Jahr 1899 noch Hofoptiker in Stettin, im Krieg öffnete die Familie ihren Laden in Schwerin. Michael Witzel trat mit 1967 in große Fußstapfen und übernahm das Familienunternehmen. Mit den Jahren kamen und gingen mehrere Optiker in der Schmiedestraße, Michael Witzel blieb und baute sogar an. Gegenüber von seinem Geschäft schauen erneut mehrere Schaufenster leer in die Altstadtstraße. Größere Ketten wie Edeka oder Jack Wolfskin unterbrechen die individuellen Einzelhandelsgeschäfte in der Schmiedestraße.

Einige Läden gehören keinen Schwerinern, sondern befinden sich in der Hand von Hamburgern oder Braunschweigern, wie das Sammlergeschäft in der Schmiedestraße 8 oder der Geschenkeartikelladen. "Wir verkaufen Schwerin typische Andenken, die wir selbst entwerfen", erzählt Alexandra Volckmann. Das sei einzigartig in der Landeshauptstadt. Tee und selbst gerösteter Kaffee ergänzen das Angebot. "Unsere Geschäfte laufen gut", sagt die Geschäftsleiterin. Sie spüre die Konkurrenz nicht so deutlich und auch die Ansiedlung von Nestlé sei für ihr Kaffeegeschäft keine Gefahr. "Wir haben unsere Nische gefunden", ergänzt sie.

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