Berufsfrühorientierung : Schmackhafte Werbung

Berufsfrühorientierung für die 7. Klasse aus dem Haus des Lernens: Azubi Paco aus Spanien serviert ein spanisches Buffett und erzählt über den Beruf des Altenpflegers.
Berufsfrühorientierung für die 7. Klasse aus dem Haus des Lernens: Azubi Paco aus Spanien serviert ein spanisches Buffett und erzählt über den Beruf des Altenpflegers.

Altenpflege-Azubis werden mit Spezialaktionen gesucht – im Wohnpark Zippendorf gab es spanisches Büfett

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24. März 2015, 11:15 Uhr

Wer Altenpfleger werden will, der entscheidet sich für einen Job mit Herz, Hirn und Kraft, wie Britta Schermer es formuliert. Sie ist Pflegeleiterin im Wohnpark Zippendorf und ständig auf der Suche nach Nachwuchskräften. Das ist inzwischen ebenfalls ein harter Job, der sie vor knapp drei Jahren nach Spanien führte. Gemeinsam mit Wohnpark-Leiter Sven Kastell holte sie von dort acht Auszubildende nach Schwerin.

Einer von ihnen ist „Paco“. Er ist 36 Jahre alt, hat in Spanien eine psychologische Ausbildung absolviert, aber keinen Job gefunden. In Schwerin fühlt er sich jetzt wie zu Hause. „Unseren Bewohnern tut der Kontakt mit den Spaniern gut“, sagt Britta Schermer. Gestern servierte Paco Leckereien aus seinem Heimatland, um damit jungen Leuten den Beruf des Altenpflegers im wahrsten Wortsinne schmackhaft zu machen. 350 Flyer waren im Vorfeld an Schulen verteilt worden, hatten für diesen Termin geworben. Neben einigen Interessenten kam auch die 7. Klasse vom Haus des Lernens zur Berufsfrühorientierung. Auf dem Campus am Ziegelsee, wo sie Unterricht haben, steht auch die Sawos-Pflegeschule, die viele Wohnpark-Azubis während ihrer dualen Ausbildung besuchen. Drei Jahre dauert die für Realschüler oder Abiturienten. Wer einen Hauptschulabschluss hat, der kann in 18 Monaten Altenpflegehelfer werden.

„Die Arbeit ist körperlich schwer, die Ansprüche der Bewohner steigen ständig, die Zeit ist knapp, die Bezahlung gering“, sagt Britta Schermer. Azubis für die Pflege zu finden, sei deshalb unglaublich schwierig. „Nach neusten Befragungen möchten 70 Prozent aller Schüler später im Beruf gerne etwas mit Medien machen.“

Im Wohnpark, der 281 Bewohner in Pflegeheimen und 240 Wohnungen im Betreuten Wohnen zählt, arbeiten rund 120 Leute in der Pflege, davon 19 Azubis. Weitere 100 Mitarbeiter kümmern sich um Verwaltung, Küche, Hauswirtschaft. Die Ausbildung zum Altenpfleger beginnt am 1. August, Bewerbungen sind jederzeit möglich. Als Wachstumsbranche mit weit reichenden Entwicklungsperspektiven bewirbt das Bundesfamilienministerium die Ausbildung. Und: Nach 15 Jahren Berufserfahrung liegt das Bruttomonatsgehalt laut Tarif bei etwa 3000 Euro.

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