Schweriner Fundstücke : Schlüssel zur erfolgreichen Suche

Ramona Klein, Leiterin des Bürgerbüros, mit Schlüsselbunden, die im Fundbüro im Schweriner Stadthaus auf ihre Besitzer warten.
Ramona Klein, Leiterin des Bürgerbüros, mit Schlüsselbunden, die im Fundbüro im Schweriner Stadthaus auf ihre Besitzer warten.

Seit zwei Jahren stellt Schwerin Fundsachen ins digitale Netz und macht so viele Menschen, die Dinge verloren haben, glücklich

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19. August 2016, 09:00 Uhr

Das Portmonee ist weg, der Autoschlüssel verschwunden, das Fahrrad geklaut – die Aufregung ist bei den Besitzern groß, wenn sie verschwundene Dinge suchen. Da führt der erste Weg oder das erste Telefonat zunächst ins Fundbüro. Das im Schweriner Stadthaus hat sogar rund um die Uhr „geöffnet“. Seit mehr als zwei Jahren können Einheimische aber auch Touristen im Online-Fundbüro nach persönlichen Dingen suchen, die in der Landeshauptstadt verloren gegangen sind. Dort finden sie zumindest eine erste heiße Spur. Vorausgesetzt, es gibt ehrliche Finder, die die fremden Sachen zum Fundbüro gebracht haben.

Für Ramona Klein, Leiterin des Bürgerbüros, ist das virtuelle Fundbüro eine Erfolgsgeschichte. „Rund 60 Prozent der Dinge, die bei uns abgegeben werden, können wir an den Eigentümer zurückgeben“, zieht Klein eine positive Bilanz. Immerhin wurden im vergangenen Jahr zwischen 1300 bis 1500 Fundsachen registriert. „Bis Mitte dieses Jahres sind es schon wieder 650“, erklärt die Büroleiterin. Und es gibt nichts, was es nicht gibt. Schlüssel, Fotoapparate, Portmonees gehören zu den Klassikern. „Auch Eheringe“, sagt Klein. Ausgefallener sind da schon eine Drone oder ein Kartwagen, die in Schwerin abgegeben wurden.

Doch wie funktioniert der Online-Service? Alle neuen Fundsachen werden durch Mitarbeiter in eine Datenbank eingestellt. „Dazu gehören auch alle Dinge, die in öffentlichen Verkehrsmitteln in Schwerin täglich gefunden werden. „Steppkes verlieren doch fast alles, was nicht festgebunden ist, beispielsweise Sporttaschen“, sagt Ramona Klein und lacht. Wichtig sei gewesen, dass die Struktur in der Verwaltung es ermöglicht, wirklich jeden Tag, das Internetportal zu pflegen und zu aktualisieren, sagt Ramona Klein. „So ist es für uns eine enorme Arbeitserleichterung.“

Auf der anderen Seite steht der Suchende. Auf der Internetseite der Landeshauptstadt www.schwerin.de gibt es die Rubrik „Stadthaus online“. Ein Klick darauf und es öffnet sich eine Seite, auf der man das Fundbüro schnell findet. In einer Suchmaske trägt der Nutzer den verlorenen Gegenstand ein. Gibt es einen oder mehrere Treffer, werden einige Details angezeigt. Aber nicht alle. „Es gibt einen öffentlichen und einen nicht öffentlichen Bereich in der Suchmaske“, erklärt Klein. Meint jemand, dass es sich um sein Eigentum handeln könnte, kann er im Fundbüro anrufen und muss dann natürlich nachweisen, dass ihm die Sache wirklich gehört.

Maria Mielke aus Schwerin zum Beispiel fand über die Online-Suche ihren Führerschein wieder, der im Frühjahr verloren ging. So musste sie keinen neuen beantragen und konnte sich auch noch bei dem Finder bedanken.

Doch das Online-Fundbüro bietet noch mehr. Denn das Portal nutzen neben Schwerin auch rund 1000 andere Gemeinden in Deutschland, in Österreich und Italien. Über den Stadtnamen oder die Postleitzahl, die in die Suchmaske eingegeben werden, können so Dinge, die Schweriner vielleicht in einer anderen Stadt verloren haben, gefunden werden.

Fundsachen, die in Schwerin nicht abgeholt werden und die auch der Finder nicht haben möchte, werden einmal im Jahr versteigert, so Ramona Klein. Sie müssen zuvor aber mindestens sechs Monate aufbewahrt worden sein.

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